Gold! Haager Kletter-Ass Pilz hielt dem Druck stand. Jessica Pilz sicherte sich Gold im Vorstieg bei der Heim-Weltmeisterschaft in Tirol. Nervosität nur im Aufwärmbereich.

Von Raimund Bauer. Erstellt am 11. September 2018 (06:13)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_7364939_noe37schie_pilz_medaille.jpg
Gold im „Wohnzimmer“ geholt: Jessica Pilz.
APA/expa/Spiess

Packender hätte das Finale im Vorstieg der Damen bei der Weltmeisterschaft in Innsbruck nicht verlaufen können. Am Ende war die gebürtige Haagerin Jessica Pilz die große Siegern. Bereits in der Qualifikation (Sieg) und im Semifinale (Platz zwei) unterstrich die 21-Jährige ihre Favoritenstellung auf einen Platz auf dem Podest.

440_0008_7365446_amss37_landesraetin.jpg
Hielten Jessica Pilz die Daumen. Johannes Ettmayer (Bundesreferent Sportklettern des Alpenvereins), Kilian Fischhuber, Sportlandesrätin Petra Bohuslav und Eugen Burtscher (Präsident Kletterverband, v. l.) drückten Jessica Pilz, Georg Parma und Sandra Lettner schon während der Qualifikation in Innsbruck die Daumen.
Expa Pictures

Dass es am Ende sogar Gold war, damit rechnete nicht einmal die Athletin selbst: „Ich kann es gar nicht beschreiben. Es wird wahrscheinlich noch ein paar Tage dauern, bis ich realisiert habe, was alles Geschehen ist.“

„Ein wenig nervös war ich schon“

Als vorletzte Athletin ging die erfolgreiche Kletterin an die Wand. Bis dahin gelang keiner Athletin der Weg bis ans Top. Davon wusste Pilz, die im abgeschotteten Aufwärmraum saß, nicht Bescheid. Den Beginn der Finalroute meisterte Pilz schnell und mit Bravour.

WM in Innsbruck Jessica Pilz Druck standgehalten Haag Klettern
Mit voller Kraft. Jessica Pilz bezwang die Finalroute am Schnellsten und sicherte sich gegen Langzeitkonkurrentin Janja Garnbret die Goldmedaille im Vorstieg. Foto: APA/EXPA/JOHANN GRODER
APA/EXPA/Johann Groder

„Ein wenig nervös war ich schon. Aber als ich losgeklettert bin, war die Nervosität verschwunden“, erklärte Pilz. So bewältigte die Tiroler Studentin als erste Teilnehmern die extrem anspruchsvolle Schlusspassage und nach 4:27 blieb die Uhr stehen.

Die Slowenin Janja Garnbret legte los wie die Feuerwehr, doch beim letzten Sprung benötigte sie um elf Sekunden länger. „Normalerweise bin ich eher langsamer als Janja, aber dass es sich jetzt so ausgegangen ist - unglaublich. Am letzten Sprung habe ich alles riskiert“, freute sich Pilz. Auf Rang drei landete Kim Jain .