Ennsdorf/Mauthausen: Neue Brücke wird forciert

Erstellt am 19. Januar 2022 | 06:17
Lesezeit: 3 Min
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Die alte Mauthausner Donaubrücke rostet zu schnell und wird deshalb nicht mehr generalsaniert. Nach dem Bau der neuen Brücke soll die alte Donaubrücke abgetragen und neu errichtet werden.
Foto: Land OÖ
Zustand der bestehenden Donaubrücke ist schlechter als angenommen. Sie wird nun nicht mehr generalsaniert.
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Es war ein Knalleffekt, den die Gemeinden und Bürgerinitiativen, die von den Straßenplanern aus Ober- und Niederösterreich regelmäßig zum „Planungs-Jour-Fixe“ geladen werden, am vergangenen Mittwoch präsentiert bekamen. Im Mittelpunkt der Online-Besprechung stand nämlich nicht wie bisher nur der Bau der neuen Donaubrücke, sondern vor allem der Zustand der bestehenden Mauthausner Donaubrücke. Und dieser verlange schnelles Handeln und eine rasche Umsetzung der neuen Brücke.

In Ennsdorf – jener Gemeinde, die alle rechtlichen Mittel gegen die geplante Anbindung der neuen Brücke ausschöpfen möchte – lässt man sich durch diese Nachricht nicht vom geplanten Weg abbringen. „Das beeindruckt uns nicht. Wer ist denn dafür zuständig? Wem gehört denn die Brücke? Auf jeden Fall nicht der Gemeinde Ennsdorf“, betont Bürgermeister Daniel Lachmayr.

Behördenverfahren für neue Brücke noch im Jänner

Die alte Mauthausner Donaubrücke wird seit Jahren regelmäßig begutachtet, um Schäden bestmöglich zu sanieren. Bei den 2021 durchgeführten Arbeiten wurde nun festgestellt, dass sich die Stahlbaukonstruktion unterhalb der Fahrbahn – insbesondere durch Salzstreuung – weiter verschlechtert hat. Das Land Oberösterreich, das für die Erhaltung der Brücke federführend ist, hat darauf reagiert und setzt seit diesem Winter ein speziell für die Donaubrücke entwickeltes Streufahrzeug ein. Eine dauerhafte Generalsanierung der 60 Jahre alten Donaubrücke wäre nur mit einer über mehrere Monate andauernden Totalsperre und einem unverhältnismäßig hohen Kostenaufwand möglich.

Aufgrund des zunehmend schlechteren Zustandes besteht nun dementsprechend dringender Handlungsbedarf. „Um die Querung der Donau bei Mauthausen möglichst durchgehend aufrechtzuerhalten, müssen wir den Bau der neuen Donaubrücke zeitnah umsetzen. Deswegen hat es oberste Priorität, den Bau der Brücke am neuen Standort mit Zu- und Abfahrt rechtzeitig und unabhängig vom Gesamtvorhaben fertigzustellen und daher im Jänner die Verfahren nur für die Brücke einzureichen. Darüber hinaus wird an der Einreichung des Gesamtprojektes für Mitte 2022 mit Hochdruck weitergearbeitet“, heißt es seitens des Landes.

Nach dem Bau dieser Donauquerung soll die alte Donaubrücke samt Vorlandtragwerk auf niederösterreichischer Seite abgetragen und neu errichtet werden, um die aufgrund der großen Verkehrsbelastung erforderlichen vier Spuren über die Donau zu schaffen.

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