Aus Fehlern nichts gelernt. Ingrid Vogl über ein Déja-vu beim Amstettner Stadtlauf.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 29. September 2014 (09:14)
NOEN

Ein bezahlter Kenianer und ein normalerweise nicht erlaubter Betreuer als Begleitradfahrer – das waren vor zwei Jahren die Auslöser eines Eklats beim Amstettner Stadtlauf. Aus Protest blieb das damalige Aushängeschild des Veranstaltervereins der Siegerehrung fern und trat später aus dem Verein aus.

Zwei Jahre danach haben sich zwar die Personen geändert, doch das Szenario ist ähnlich fragwürdig. Diesmal traf es den momentan erfolgreichsten Läufer der Region, dem man mit Christian Steinhammer einen bezahlten Profi vor die Nase setzte. Der Lokalmatador ist aber nicht nur Mitglied des Veranstaltervereins, sondern dort auch ambitionierter Nachwuchstrainer. Dass dem Vorstand ein Trainingslauf eines Profis genauso viel wert ist wie ein Monat Arbeit mit der eigenen Vereinsjugend, ist daher doppelt traurig.

Eines sollte den Verantwortlichen bewusst sein: Es mag ja interessant sein, einem österreichischen Topathleten einmal genauer auf die Beine schauen zu können. Den Amstettner Stadtlauf, der Jahr für Jahr an Prestige verliert und bei den Starterzahlen, die sich mehr als halbiert haben, mittlerweile am absoluten Tiefpunkt angelangt ist, kann aber auch ein „Star“ nicht retten. Dazu bedarf es schon ein wenig mehr.