Glaubwürdigkeit sieht anders aus. Über eine fragwürdige Aktion deutscher Tierrechtler.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 13. Mai 2020 (05:01)

Ennsdorf darf nicht Wuhan werden! So lässt sich die Presseaussendung der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland, die in der Vorwoche in die NÖN-Redaktion flatterte, sinngemäß zusammenfassen. Bürgermeister Daniel Lachmayr wird darin aufgefordert, den Kleintiermarkt in Ennsdorf dauerhaft zu schließen. Warum? Weil dieser Risiken für eine weitere Pandemie in sich birgt, so die genannte Begründung.

Eine Aussage, mit der die Tierrechtler wohl übers Ziel hinausgeschossen sind. Eine Stadt mit elf Millionen Einwohnern und eine Gemeinde mit 3.000 Einwohnern zu vergleichen, wird keine gute Voraussetzung sein, um mit seinem Anliegen auch ernst genommen zu werden. Vom Unterschied bezüglich Tierschutz und Auflagen für einen Tiermarkt ganz zu schweigen, denn ein Tierschutzgesetz gibt es in China ja bis heute nicht.

Den Vorwurf, dass man das Coronavirus und die damit verbundene Angst der Menschen als Vorwand genommen hat, um eigentlich nur Werbung in eigener Sache zu machen, wird sich PETA gefallen lassen müssen. Und: Sympathien gewinnt man so sicher nicht.