Hilfe, die immer gebraucht wird. Ingrid Vogl über den Zivildiener-Engpass beim Roten Kreuz.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 13. Februar 2018 (05:04)

Zivildiener sind für Hilfsorganisationen unverzichtbar. Für rund 2.250 Einsätze pro Tag werden vom Roten Kreuz in Niederösterreich mehr als 860 Zivildiener pro Jahr eingesetzt. Für den Einrückungstermin im April fehlen nun aber NÖ-weit fast 80 Zivildiener. In Haag gibt es für diesen Termin noch keine einzige Anmeldung – ein Alarmsignal.

Ist der Zivildienst nach steigenden Zahlen in den letzten Jahren plötzlich wieder unattraktiv geworden? Nein. Der Grund für den Zivildiener-Mangel ist auf die geburtenschwachen Jahrgänge zurückzuführen und wird Prognosen zufolge noch bis mindestens 2021 anhalten. Und das ist ein mit Abstand größeres Problem, als es mangelnde Attraktivität wäre. Was nützt es, den jungen Burschen den Heeres-Ersatzdienst schmackhaft zu machen, wenn es einfach zu wenige gibt, um alle Stellen zu besetzen?

An einer Umstrukturierung mit mehr Hauptberuflichen wird wohl kaum ein Weg vorbeiführen, auch wenn steigende Kosten die logische Folge sein werden. Hier zu sparen, wäre aber mit Sicherheit der falsche Weg.