Und wer ist jetzt der Boss?. Ingrid Vogl über eine ganz besondere Gemeinderatssitzung in St. Pantaleon-Erla.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 07. November 2017 (06:17)

Die Gemeinde St. Pantaleon-Erla hat im Bezirk Amstetten eine Sonderstellung inne. Dank eines Arbeitsübereinkommens mit den zwei FPÖ-Mandataren stellt die ÖVP als zweitstärkste Partei den Ortschef. Ein Konstrukt, das von Beginn an auf wackeligen Beinen stand und mittlerweile in sich zusammengefallen ist.

Mit Willibald Barth kündigte einer der beiden Freiheitlichen das Übereinkommen für sich auf. Er schlug sich auf die Seite der SPÖ, was in der Gemeinderatssitzung am vergangenen Dienstag in einem österreichweit wohl einzigartigen Vorfall gipfelte. Wegen eines SPÖ-Dringlichkeitsantrags zum Thema „Junges Wohnen“ zog die Bürgermeister-Partei aus ( siehe auch hier ).

Ein Zeichen der Hilflosigkeit der ÖVP und gleichzeitig auch eine Machtdemonstration der SPÖ. Und die bittere Erkenntnis für die ÖVP, dass man zwar den Bürgermeister stellt, aber keine Mehrheit mehr besitzt und bei Entscheidungen stets auf den Goodwill der Opposition angewiesen ist. Eine Konstellation, die beim vergifteten Klima, das hinter den Kulissen schon seit Längerem herrscht, zum Scheitern verurteilt ist.