Vorschrift ist eben Vorschrift. Über die medizinische Versorgung in Ennsdorf.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 02. April 2019 (05:00)

Seit 1. April gibt es in Ennsdorf keinen Allgemeinmediziner mehr. Die Ennsdorfer müssen daher in Nachbargemeinden wie etwa St. Valentin ausweichen. Dass dort eine Kassenstelle bereits seit Monaten nicht nachbesetzt ist, die vorhandenen Ärzte mehr als ausgelastet sind und der Wochenenddienst in der Region schon jetzt nicht immer gewährleistet ist, macht die medizinische Versorgung der Ennsdorfer nicht leichter.

Man sollte daher glauben, dass alle froh darüber sind, wenn sich der ehemalige Ennsdorfer Hausarzt bereit erklärt, die Ordination als Übergangslösung wieder zu übernehmen. Weit gefehlt. Ärztekammer und Gebietskrankenkasse lehnten das Angebot ab, weil im Gesetz eine Altersgrenze von 70 Jahren vorgesehen ist und eine interimistische Rückkehr aus der Pension daher nicht möglich ist. Eine Ausnahme ist nicht vorgesehen – auch dann nicht, wenn man die Lösung eines Problems quasi am Silbertablett serviert bekommt. Zum Wohle der Patienten ist das sicher nicht.