Die Zeit war noch nicht reif. Ingrid Vogl über Jessica Pilz und ihr Abschneiden bei der WM in Paris.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 20. September 2016 (03:01)

Platz fünf bei der WM – mit der gleichen Finalhöhe wie die Drittplatzierte. Ein Grund zur Freude über die hervorragende Leistung und die gute Platzierung oder doch eher ein Grund zur Enttäuschung über die knapp verpasste Medaille? Insgeheim spukte Jessica Pilz wahrscheinlich beides im Kopf herum. Stärker war aber letztendlich das Gefühl der Freude. Und dafür gibt es einige gute Gründe.

So feierte die Haagerin in Paris ihr WM-Debüt bei den Erwachsenen. Die Voraussetzungen dafür waren nicht die besten. Zu Saisonbeginn machte die Matura intensives Training unmöglich, dann sorgte eine Knieverletzung für eine siebenwöchige Zwangspause. Die 19-Jährige feierte just beim Saisonhighlight ihr Comeback und ging nur mit gedämpften Erwartungen an den Start. Ob es trotz allem so gut lief oder gerade deshalb, lässt sich nicht sagen.

Ob es mit einer verletzungsfreien Vorbereitung zur Medaille gereicht hätte oder gerade da nicht, weil die Favoritenrolle sie unter Druck gesetzt und gehemmt hätte, darauf wird selbst Jessica Pilz keine Antwort wissen. Es spielt in Wahrheit auch keine Rolle. Pilz hat bewiesen, dass sie schon jetzt zur absoluten Weltspitze gehört. Der Sprung nach ganz oben ist wohl nur eine Frage der Zeit.