Impftermin als „Event“? „Respektlos und ohne Gefühl“. Dass die Terminbuchung für die Corona-Impfung auf der Notruf 144-Homepage als „Event“ bezeichnet wird, sorgt für Unverständnis.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 24. Februar 2021 (04:13)
Dass die Corona-Schutzimpfung beziehungsweise die Anmeldung dafür als Event bezeichnet wird, sorgte für Kritik und wurde von manchen als respektlos empfunden.
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„Wir sind verärgert und entsetzt und wir vermissen die nötige Sensibilität im Umgang mit unserer älteren Bevölkerung“, wandten sich Sieglinde und Johann Buchberger am vergangenen Mittwoch erbost an die NÖN. Was die ehemalige SPÖ-Gemeinderätin und ihren Mann so verärgerte, war das Anmeldungsprozedere für die Corona-Schutzimpfung.

„Als wir heute unsere Eltern/Schwiegereltern zur Impfung für über 80-Jährige angemeldet haben, mussten wir leider feststellen, dass diese Impfung als Event bezeichnet wurde. Das geht gar nicht. Das ist eine Frechheit, da es um Leben und Gesundheit geht und um keine Show! Das ist respektlos, herzlos und ohne jedes Gefühl“, sparten die Ennsdorfer nicht mit Kritik an der Homepage von Notruf 144.

Diese Anmeldung verkomme zur reinen Lotterie. Wenn nicht genug Impfstoff vorhanden sei, dann könnte man ja auch Jahrgang nach Jahrgang impfen, hatten die verärgerten Mostviertler auch einen Vorschlag parat.

„Da geht es um Leben und Gesundheit und um keine Show.“ Sieglinde und Johann Buchberger über die als „Event“ bezeichnete Anmeldung zur Corona-Schutzimpfung, die für sie zur reinen Lotterie geworden ist

Bei Notruf 144 war man sich der Problematik, die die Bezeichnung als Event mit sich bringen könne, durchaus bewusst. Aufgrund der Erfahrungen in der letzten Woche habe man aber kurzfristig mit dem Anbieter der Buchungsplattform eine Lösung erstellen müssen, um den Zutritt zur Plattform besser zu gestalten, erklärt Pressesprecher Stefan Spielbichler.

„Da bot sich die bestehende Lösung des Anbieters an, welche für andere seiner Produkte in Verwendung ist. Eine kurzfristige Änderung war leider nicht möglich, andernfalls hätten wir die Verbesserung nicht einbauen lassen können“, betont Spielbichler.

Diese habe sich aber bezahlt gemacht, was die vielen positiven Rückmeldungen bestätigen würden, berichtete der Notruf 144-Sprecher. „Daher nahmen wir dieses Mal in Kauf, dass die Bezeichnung sehr unglücklich und unpassend formuliert war. Darüber sind wir selbst nicht erfreut, jedoch war das das kleinere Übel“, stellt Spielbichler klar.