Ausstellung in Ernsthofen: Ein Blick auf die Macht der Bilder

Erstellt am 24. September 2022 | 05:47
Lesezeit: 2 Min
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Die Mitglieder des Fördervereins – Margarethe Gruber, Elisabeth Engertsberger, Evelyn Kreinecker, Karl Huber, Angelika Doppelbauer, Manuela Weiss und Miriam Deinhofer (von links) – bei der Ausstellungseröffnung.
Foto: Kogler
Künstlerin Evelyn Kreinecker beleuchtet in der Ausstellung „Sie“ in der Kirche St. Wolfgang die Wirkung veränderter Bildwelten.
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„In der Gegenwart ist die Macht der Bilder ein viel diskutiertes Thema“, sagt Kunsthistorikerin Angelika Doppelbauer bei der Ausstellung „Sie“ von Evelyn Kreinecker und formuliert ein Gedankenexperiment: die Vorstellung von Gott als Frau.

Die Ausstellung, die der neu konstituierte Förderverein St. Wolfgang Kanning umsichtig vorbereitet hat, stellt in der präsentierten Werkserie die jeweiligen männlichen Vorbilder aus der Kunstgeschichte mit weiblichen Personen dar. So wird der uns vertraute Blick auf die Probe gestellt und es beginnt ein Umdenkprozess. Die Werke fächern eine Vielzahl von Veränderungen im Bildgeschehen auf. Die Kleidung, die Frisur oder der Habitus sind der Gegenwart entnommen und es sind keine Rückgriffe in historische Gefilde. Gestik und Ausdruck der Dargestellten sind jedoch nah an den Vorbildern angesiedelt. So zeigt der Bildzyklus eine individuelle Auswahl an Gottesbildern, etwa Salvator Mundi oder der segnende Christus. Der Altar wurde mit einem großen vielfarbigen Tuch, das Gedanken an ein Fastentuch aufkeimen lässt, verhüllt. Es handelt sich um ein unterteiltes Tuch, das nicht nur die Farbpalette der Künstlerin spiegelt, sondern in kalte und warme Farben unterteilt wurde. Die Farben der Umgebung werden dabei angenommen und wiedergegeben. Bei starker Beleuchtung, wie bei der Eröffnung etwa, entfaltet es seine ganze Magie.

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