Neue Ausstellung in St. Valentin: Die Gesellschaft im Auge

Erstellt am 27. Januar 2022 | 06:14
Lesezeit: 2 Min
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Manfred Brandstätter vor dem Bild „Stammtisch“, bei dem alle Personen sein Gesicht tragen.
Foto: Kogler
Der St. Valentiner Manfred Brandstätter bannt in seinem neuen Bildzyklus kritische Gedanken auf die Leinwand.
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Ein leidenschaftlicher Maler! Ein genauer Beobachter! Manfred Brandstätter versucht in seiner aktuellen Werkschau, die er in seinem Atelier eingerichtet hat, beides zu verbinden. Sein zentrales Motiv ist dabei die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Phänomenen wie Desinteresse, Kommunikationslosigkeit und Rechthaberei.

Seine Bildmotive sind durch Hinwendung zur Wirklichkeit geprägt. Diese arbeitet er malerisch und zeichnerisch auf und versucht die Wahrheit, die in den Dingen steckt, herauszuarbeiten. Es sind kritische Gemälde, die Brandstätter mit eine Brise Humor und Satire auf die Leinwände bringt. Leidenschaftlich spricht er über seine Stammtischbeobachtungen: „Jeder redet da vor sich hin und geht nicht auf die Argumente des anderen ein. Die Abwendung der Personen untereinander und die Kluft in der Gesprächskultur wird immer offensichtlicher. Sie ist in meinen Bildern maßgebend. Sie sollen zum Gespräch anregen und dies auf eine lustige Art und Weise.“ Große Bedeutung kommt auch der Farbgestaltung zu, die auf Töne im Graubereich abzielt, auf Weglassen von leuchtenden Farben, um die Tristesse zu verstärken. Auf seinem Schlüsselbild „Stammtisch“ zelebriert er genüsslich die Gespräche der anwesenden Personen, die immer sein Gesicht tragen und stellt sie in den verschiedensten Posen dar. Eine surreale Bilderwelt, die zum Nachdenken anregt.

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