Ausstellung von Otto Jungwirth in Seitenstetten

Erstellt am 28. März 2021 | 05:55
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Die Ausstellung „Otto Jungwirth“ ist eröffnet. Beim Hängen der Bilder: Künstlertochter Brigitta Ziebermayr, Otto Jungwirth und Pater Martin Mayrhofer (von links).
Foto: Penz, Penz
Der Wiener Künstler zeigt im Stift Aquarelle, Zeichnungen sowie Bilder aus seinem Spätwerk.
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Der ehemalige Lehrer Otto Jungwirth, ein langjähriger Malerfreund von Künstlerpater Martin Mayrhofer, präsentiert derzeit seine „späten“ Arbeiten in der Stiftsgalerie. Als Künstler fühlt er sich besonders von seinem unmittelbaren Lebensraum in der Gegend um den Donaukanal im 2. Bezirk oder auch von Naturmotiven, die ihm das nördliche Waldviertel als Domizil seines Sohnes bietet, angesprochen.

Gerade auch die Eintönigkeit im Alltagsleben einfacher Großstadtmenschen, ihre Anmut, Einsamkeit und Krankheit erregen Jungwirths starke Anteilnahme. „In der Straßenbahn oder im Park fertige ich eine schnelle Kleinskizze an, die dann Ausgangspunkt für ein Aquarell, Tempera- und Ölbild oder auch eine größere Zeichnung wird“, erzählt der nunmehr 87-Jährige, der dann stets noch das entsprechende Licht ins Bild hereinzuholen versucht und ergänzt: „Der gewonnene Eindruck soll durch mich annähernd expressionistischen Ausdruck und Dynamik bekommen!“

Beeinflusst vom österreichischen Kunsttheoretiker Heimo Kuchling geht es auch Jungwirth darum, wie ein Bild gut wird und Qualität hat, also um Formbeziehungen mit all ihren Eigenarten und Spannungen innerhalb einer Arbeit – von oben und unten oder rechts und links, je nach Leserichtung.

Im Alltäglichen erlebt der bescheidene Künstler eine Fülle von Lebendigem. „Die graue ‚Gewöhnlichkeit der Stadt‘ ist nur anscheinend gewöhnlich, sie ist vielmehr Raum für Menschen mit Leben und Farbe. Und die Natur, Bäume und Wald gibt es auch in der Stadt, sie muss nur wahrgenommen und dargestellt werden“, wünscht sich der Künstler als Mitglied der Wiener Sezession, dem am Sehen zu lernen so viel gelegen ist.

Den anonymen Menschen erfassen

Er will in seinen Bildern den für ihn anonymen Menschen erfassen, dem etwas ins Gesicht geschrieben ist. Der Schaffensprozess ist mitunter ein zäher, immer in sinnlicher Rückfrage an den eigentlichen Impuls.

Als Kustos der stiftlichen Sammlungen verweist Pater Martin Mayrhofer auf mehr als 20 Werke, die sich im Besitz der Galerie befinden, und betont die Faszination dieser „Menschenbilder.“ „Man ist im Bild drinnen mit allem Bewussten und Unbewussten, Gesehenes leuchtet auf, das Licht in Farbe und Raumspannung wird so zu einer Art Schönheit!“ Die Ausstellung ist bis 31. Mai geöffnet.

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