Schau bietet einen Blick auf das Heute. Anlässlich der Langen Nacht der Kirchen, die am 25. Mai stattfindet, lädt die Pfarre St. Marien in Allersdorf zu einem speziellen Seh- und Hörerlebnis.

Von Doris Schleifer-Höderl. Erstellt am 23. Mai 2018 (05:06)
Skulpturen der Amstettner Künstlerin Edith Edlinger und die Klanginstallation „Symphonie AKUT“ ihres Sohnes Georg Edlinger (l.) thematisieren in der Kirche St. Marien das Heute in all seinen Facetten. „Allerdings nicht nur bei der Langen Nacht der Kirchen am 25. Mai, sondern bis einschließlich 24. Juli“, so Pfarrgemeinderat Friedrich Kriener.
Doris Schleifer-Höderl

Bereits zum neunten Mal beteiligt sich die Pfarre St. Marien an der Langen Nacht der Kirchen. Pfarrgemeinderat Friedrich Kriener hat sich auch dieses Jahr etwas Besonderes einfallen lassen und konnte die Amstettner Künstlerin Edith Edlinger und ihren Sohn Georg für ein einmaliges Projekt gewinnen. Unter dem Titel „Today“ zeigen Bronzeskulpturen von Edith Edlinger aufdringlich das Heute.

Skulpturen fordern zur Auseinandersetzung und zum Verweilen auf

Jede der 18 Skulpturen – sie verkörpern u.a. Gier, Liebe, Globalisierung und gestrandete Flüchtlinge – fordert zur Auseinandersetzung, zum Verweilen, Nachdenken sowie Innehalten auf, berührt und fasziniert. Begleitet wird die Werkschau, die mit zwei großformatigen Malarbeiten von Edith Edlinger ergänzt wird, von einem aufwühlenden Soundteppich ihres Sohnes Georg Edlinger. Der renommierte Perkussionist, Schlagzeuger und Komponist hat eine 45-minütige Klanginstallation aus seinen Werken zusammengestellt, die die Plastiken gleichsam verstörend, liebevoll, behutsam und aufbrausend in einer Endlosschleife in Szene setzen.

Für Georg Edlinger und seine Mutter bedeutet die Werkschau ein Zurückkehren zu den Wurzeln. „Nur dreihundert Meter von der Kirche entfernt befindet sich nämlich mein Elternhaus“, berichtet der Musiker. „Als Kind war ich immer wieder im Pfarrheim und eines meiner ersten Konzerte habe ich auch 1981 in St. Marien, das 1976 erbaut wurde, aufgeführt. Daher ist es für mich schon etwas ganz Besonderes nun die Werkschau meiner Mutter akustisch begleiten zu dürfen.“

Das Heute hat für Edlinger überhaupt eine große Bedeutung. „Vor allem, wie wir mit dem Heute umgehen! In einer Welt, die immer mehr von Technik bestimmt wird, in der scheinbar kaum noch Zeit für zwischenmenschliche Kommunikation von Angesicht zu Angesicht besteht, ist es umso wichtiger, Begegnung zuzulassen. „Today“ will dies aufgreifen und zeigen, dass das reale Leben weitaus mehr in sich birgt als uns digitale Scheinwelten je bieten können – nämlich Emotionen und Gefühle.“ Gemeinschaft und Beisammensein inmitten des Kirchenraumes, aber außerhalb des Gottesdienstes, bekomme somit eine weitere notwendige Facette des Miteinanders.