Sandra I. regiert bis Februar: Neue Mostkönigin gesucht. Sandra I., Mostkönigin aus Weistrach, regiert nur noch bis Februar. Aber wie sie diese Funktion mit Leben erfüllt hat, hat Maßstäbe für ihre Nachfolgerin gesetzt.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 07. November 2017 (05:17)
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Sandra I. Foto: Obstbauverband
Obstbauverband

„Ich glaube, dass ich in meinem Umfeld auf den Most und das Mostviertel aufmerksam gemacht habe. Vor allem habe ich versucht, auch die Jugend für den Most zu begeistern“, sagt Sandra I., Mostkönigin aus Weistrach. Im November sind es genau zwei Jahre, seit sie das Amt übernommen hat. Bis Februar wird sie noch weiter residieren, dann wird im Rahmen der Eisstockweltmeisterschaft ihre Nachfolgerin gekürt.

„Ich hatte anfangs nicht gedacht, dass ich so viele Kilometer zurücklegen werde, aber das Mostviertel ist eben groß“Sandra I. im Rückblick

Die neue Majestät wird sich an den Maßstäben orientieren müssen, die Sandra Kirchstetter gesetzt hat. Denn sie hat mit ihrer Sachkenntnis gepunktet und war auch unermüdlich als Botschafterin des Mostes unterwegs.

Erleichtert hat ihr das ein Auto, das ihr vom Obstbauernverband mit Unterstützung von Auto Bulla in Sierning sowie Steyr Traktoren St. Valentin zur Verfügung gestellt wurde. „Ich hatte anfangs nicht gedacht, dass ich so viele Kilometer zurücklegen werde, aber das Mostviertel ist eben groß“, sagt Sandra.

Neben ihrem Engagement in Sachen Most hat sie auch noch ihre Ausbildung an der Fachhochschule in Steyr beendet und ist jetzt im Landesklinikum Amstetten im Bereich Biomedizinische Analyse tätig.

„Beim Studium war es noch leichter mir die Termine einzuteilen, weil ich da auch selbst entscheiden konnte, ob ich vormittags oder nachmittags lerne. Jetzt bin ich natürlich nicht mehr ganz so flexibel“, sagt die Mostkönigin.

„Habe viele schöne Momente erlebt“

Dennoch nimmt sie ihre Repräsentationsaufgaben nach wie vor sehr ernst und fährt oft gleich direkt von der Arbeit zu einer Veranstaltung. In den letzten zwei Jahren hat sie auch viele schöne Momente erlebt. „Wo mir besonders das Herz aufgegangen ist, war bei einer Kindervolkstanzgruppe in St. Valentin. Ich bin da in Zivil hingekommen, aber kaum habe ich die Krone aufgesetzt, haben mich die Mädchen regelrecht umschwärmt. Ich hatte gar nicht so viele Autogrammkarten mit, wie ich gebraucht hätte.“

Bei der diesjährigen Einkaufsnacht in Amstetten hat der Mostkönigin allerdings jemand anders den Rang abgelaufen. „Da war auch das Maskottchen der Eisstock-WM, der Wolfi da und gegen den hatte ich keine Chance“, erzählt Sandra schmunzelnd. Sie hat es immer auch als Ehre verstanden, das Amt der Mostkönigin zu bekleiden. „Die Zusammenarbeit mit der Moststraße, dem Obstbauverband und den Mostbaronen hat sehr gut funktioniert. Es ist da eine gegenseitige Wertschätzung und das gemeinsame Interesse die Mostkultur zu verbreiten.“

Sandra hat vom Amt auch persönlich profitiert. Ihre ersten Auftritte waren noch von Nervosität geprägt.. „Inzwischen habe ich viel Routine und bin auch redegewandter. Davon profitiere ich auch im Privat- und Berufsleben“, sagt die Mostkönigin. Sie will sich auch künftig in Sachen Most engagieren. „Vor allem die Mission Most, bei der junge Leute ihren eigenen Most machten, vom Klauben bis zum Abfüllen, finde ich sehr wichtig, weil man sie dadurch für die Mostkultur begeistern kann. Ich mache ja heuer auch wieder mit“, sagt Sandra.

Voll des Lobs für „seine“ Mostkönigin ist Weistrachs Bürgermeister Erwin Pittersberger. „Sie ist sehr engagiert und vermittelt den Eindruck, als habe sie immer Zeit. Durch sie hat Weistrach sicher deutlich an Bekanntheit gewonnen.“ Als Dankeschön für die Publicity sponserte die Gemeinde daher auch Tankgutscheine für die Mostkönigin. „Wir sind sehr stolz darauf, dass eine Weistracherin die Region und das Mostviertel so gut vertritt“, sagt der Ortschef.

Nachfolgerin für ehrenvolles Amt nun gesucht

Die Obstbauverbände des Mostviertels sowie der Landesobstbauverband für Niederösterreich hoffen auf zahlreiche Kandidatinnen für die zweijährige Regentschaft der neuen Mostkönigin.

Die Königin wird als sympathische Fachfrau wahrgenommen, die viel über Most weiß und dazu auch kompetent und redegewandt Stellung beziehen kann. Die wichtigste Voraussetzung für die Bewerbung ist entweder eine deutliche Verbundenheit mit dem Most – eine entsprechende Berufsausbildung, eine familiäre Bindung zu einem Mostbaubetrieb oder einfach nur die Liebe zum Getränk, seine Region, Kultur und die Menschen, die sich um dieses Kulturgut bemühen.

Bewerben können sich Mädchen zwischen 18 und 25 Jahre, unverheiratet und mit viel Wissen um die Kultur von Apfel, Birne und Most. Sie müssen allerdings bereit sein, ausreichend Zeit für die ehrenvollen Aufgaben als NÖ Mostkönigin zu reservieren. Viele Termine verlangen vollen Einsatz und großes Engagement. Für die Auserwählten sind aber letztlich die Erfahrungen und Begegnungen mit prominenten und interessanten Menschen während ihrer Amtszeit im Grunde genommen unbezahlbar.