Trauriges Jubiläum in Ennsdorf. Vor 75 Jahren wurden 33 Juden in Ennsdorf ermordet. Eine neu aufgestellte Schautafel erinnert nun an die Todesmärsche.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 01. Mai 2020 (03:34)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Bürgermeister Daniel Lachmayr, Vizebürgermeister Walter Forstenlechner, Winfried Reichl (Mauthausenkomitee Enns), geschäftsführender Gemeinderat Thomas Wahl, Fritz Käferböck-Stelzer (Mauthausenkomitee Enns) und Gabriele Käferböck (Mauthausenkomitee Enns) bei der Kranzniederlegung und Schautafelpräsentation.
Gemeinde

Heuer jähren sich zum 75. Mal die Todesmärsche von Mauthausen nach Gunskirchen. An die 22.000 jüdischen Männer, Frauen und Kinder wurden im April 1945 vom Konzentrationslager Mauthausen-Gusen 55 Kilometer ins Anhaltelager von Gunskirchen getrieben. Viele von ihnen kamen dabei ums Leben. So wurden auch 33 Juden auf Ennsdorfer Gemeindegebiet ermordet. Bis 1980 bestand für sie neben dem Bildstock in der Bäckerstraße ein Grabmal. Seit 2005 ist eine Gedenktafel am Bildstock selbst angebracht.

Um an dieses Ereignis zu erinnern, hatte das Mauthausenkomitee Enns für den vergangenen Mittwoch einen „Geh-Denkmarsch“ entlang der Todesmarschroute von Ennsdorf nach Enns geplant. Als Abschluss war eine Informationsveranstaltung im Pfarrzentrum Lorch vorgesehen. „Es wäre ein würdiger Rahmen gewesen, um diesen furchtbaren Geschehnissen vor 75 Jahren zu gedenken. Leider hat dies nun das Covid-19-Virus verhindert“, erklärt Ennsdorfs Bürgermeister Daniel Lachmayr.

Schautafel informiert über Todesmärsche

Trotzdem wollte man an die damaligen Geschehnisse erinnern. Im kleinen Kreis und mit dem nötigen Sicherheitsabstand legten daher Daniel Lachmayr und Gabriele Käferböck vom Mauthausenkomitee Enns beim Bildstock einen Kranz nieder und präsentierten eine anlässlich des Gedenkjahres aufgestellte Schautafel mit Informationen zur Geschichte der Gedenkstätte. Auf einer eigens dafür kreierten Homepage (www.mkenns.at) kann man sich nun über die Inhalte dieser Gedenkveranstaltung und über das Mauthausenkomitee Enns informieren.

„Das Erinnern an den Holocaust sind wir den Opfern schuldig! Den Opfern zum Gedenken und den Lebenden zur Mahnung“, unterstrich Bürgermeister Lachmayr die Wichtigkeit der Veranstaltung.