Schulumbau-Projekt startet nach Ostern. Fünf Gemeinden und zwei Länder: Mittelschulsanierung überwindet Grenzen.

Von Sabine Hummer. Erstellt am 03. Februar 2021 (04:16)
Der Ankick für das länderübergreifende Projekt ist geglückt (von links): Bürgermeister Johannes Heuras (St. Peter/Au) freut sich gemeinsam mit seinen Amtskollegen Erwin Pittersberger (Weistrach), Karl Josef Stegh (Behamberg), Martin Haider (Maria Neustift) und Annemarie Wolfsjäger (St. Ulrich, rechts im Bild) sowie Schulleiterin Margareta Hölzl und dem Obmann der Mittelschulgemeinde, Peter Hofer, über den Doppelpass zwischen den Ländern Niederösterreich und Oberösterreich.
Sabine Hummer

Die NÖ Mittelschule Ramingtal, angesiedelt auf der „St. Peterer Seite“ der Grenz-Ortschaft Kleinraming, genießt einen exzellenten Ruf, was auch die stetig steigenden Schülerzahlen beweisen. Derzeit besuchen 173 Kinder aus den fünf Schulgemeinden in Nieder- und Oberösterreich – St. Peter/Au, Behamberg und Weistrach sowie St. Ulrich und Maria Neustift – die Schule und werden von einem engagierten Pädagogen-Team rund um Schulleiterin Margareta Hölzl bestens unterrichtet.

Nun soll das äußere Erscheinungsbild des Schulhauses, das im Jahr 1978 eröffnet wurde, neu gestaltet werden. Seit Mittwoch der Vorwoche gibt es grünes Licht aus allen fünf Gemeinden und den zwei Bundesländern, die im Rahmen einer Videokonferenz die Finanzierung zusicherten.

Rund 3,74 Millionen Euro werden in den Schulumbau investiert, wobei sich die Kosten 60:40 auf Niederösterreich und Oberösterreich aufteilen. Die Kostenanteile der einzelnen Gemeinden werden anhand des Schülerschlüssels der letzten fünf Jahre berechnet.

„Wir sind hoch erfreut, dass es zu dieser Entscheidung und zu diesem positiven Beschluss gekommen ist“, gibt Direktorin Margareta Hölzl die Stimmung des Schulteams wieder. „Man darf nicht außer Acht lassen, wie wichtig es für das Fortkommen der Schüler ist, dass sie sich in einem zeitgemäßen Umfeld entfalten können“, sagt Hölzl.

Bereits seit einigen Jahren steht der Wunsch nach einer Generalsanierung der Mittelschule im Raum. Nach ersten Konzepten durch Baumeister Erwin Hackl im Jahr 2014 war schnell klar, dass die Schulgemeinden die Finanzierung des Umbaus nicht alleine stemmen können, woraufhin Gespräche mit den Ländern Niederösterreich und Oberösterreich starteten.

Bau wird in zwei Phasen eingeteilt

Nachdem der Raumbedarf seitens des Landes NÖ bereits im Jahr 2017 festgestellt wurde, konnte zuletzt auch das Land Oberösterreich als Partner ins Boot geholt werden.

Mit der Generalplanung wurde die Firma Hackl mit Planer Baumeister Peter Edermayr beauftragt, der sogleich mit der Ausschreibung starten wird. „Unser Ziel ist ein Baustart gleich nach Ostern“, sagt Peter Hofer, Obmann der Mittelschulgemeinde. „Das ist natürlich eine logistische Herausforderung, da der Schulbetrieb so wenig wie nötig in Mitleidenschaft gezogen werden soll. Der Innenausbau wird deshalb vor allem in den Ferien durchgeführt“, informiert der St. Peterer Gemeinderat, durch dessen großes Engagement der Schulumbau erst möglich geworden ist.

In der ersten Bauphase – von April bis zum Start des nächsten Schuljahres im September – wird das Augenmerk auf die thermische Sanierung des 40 Jahre alten Gebäudes gelegt. Vorrangig gilt es, den Feuchtigkeitseintritt in einigen Gebäudeteilen zu beheben, weiters werden alle Fenster und Portale ausgetauscht, die Fassade erhält einen Vollwärmeschutz und die Dacheindeckung wird an das neue, moderne Erscheinungsbild angepasst. Um die Barrierefreiheit zu gewährleisten, wird die Schule mit einer Liftanlage ausgestattet.

Im nächsten Schritt werden alle Sanitäranlagen erneuert; die Lehrküche, der Physiksaal und die Bibliothek werden komplett modernisiert. Auch Klassenräume werden adaptiert, dabei alle Hängedecken entfernt und die Klasseninfrastruktur wird mit Beleuchtung und EDV-Anschlüssen auf neue Beine gestellt. „Unser Ziel ist es, die Schule fit für die digitale Zukunft zu machen und unsere Schüler bestmöglich für ihren weiteren Weg zu wappnen“, sagt sich Schulleiterin Hölzl.

Im Schuljahr 2021/2022 ist dann der zweite Bauabschnitt geplant, bei dem die Außenanlage der Schule, der Sportplatz sowie der Turnsaal einer Generalsanierung unterzogen werden sollen.

Auch St. Peters Bürgermeister Johannes Heuras freut sich über den Startschuss für dieses Vorzeigeprojekt. „Ich bin froh, dass es jetzt ein gemeinsames Projekt gibt, das mit Sicherheit einen nachhaltigen Impuls für die Stärkung des gesamten Ramingtals geben wird“, sagt er und dankt dem Schulausschuss, der Schulleitung sowie den Partnergemeinden und Ländern für die Kooperation.