Mordalarm nach Saufgelage: Verdächtiger in Haft. Mordalarm gab es Mittwochfrüh in Böhlerwerk im Bezirk Amstetten. Der 37-jährige mutmaßlicher Täter ist in Haft.

Von Andreas Kössl und Redaktion APA. Erstellt am 02. Juli 2014 (18:07)
NOEN, Andreas Kössl

Ein tödliches Ende nahm ein Saufgelage in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch für den 39-jährigen Roman T. aus Böhlerwerk. Der Mann erlag am Mittwoch Morgen gegen 4 Uhr früh auf einer Gartenbank vor dem Mehrparteienhaus, in dem er wohnte, zwei Stichwunden in den Hals.

Zugefügt dürfte ihm diese der im Nachbarhaus wohnhafte 37-jährige Raphael D., ein gebürtiger Engländer, haben. Wie der genaue Tathergang war, ist derzeit noch Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen.

Laut Aussagen von Anrainern haben die beiden Männer gemeinsam mit einem dritten Mann aus Kematen – wie des öfteren auch – am Abend mit ihrem Saufgelage im Hof des Häuserblocks begonnen. Unzählige Biere wurden dabei laut gröhlend vernichtet.

Im Suff dürften die Männer des Nachts auch mit einer Nachbarin in ihre Wohnung gegangen sein. Irgendwann komplimentierte diese die drei jedoch hinaus, worauf sie wieder im Hof ihr Saufgelage fortsetzten.

Lautstarke Auseinandersetzung im Hof

Irgendwann im Laufe der Nacht dürfte Opfer Roman T. aus seiner Wohnung zwei Samurai-Messer nach unten geholt haben. Der 39-jährige soll ein Faible für asiatische Kampfkünste gehabt haben. Wie es dann zu dem Mord kam, ist derzeit noch nicht klar.

Anrainer berichten jedenfalls von einer lautstarken Auseinandersetzung, im Zuge derer Raphael D. auf Roman T. mit einem der Messer eingestochen haben dürfte und ihn dabei tödlich am Hals verletzte.

Die Nachbarin, von der die drei zuvor hinauskomplimentiert worden waren, bekam von dem Streit mit und eilte gegen 4 Uhr früh nach draußen, wo Roman T. stark aus dem Hals blutend auf der Gartenbank lang. Sie alarmierte die Rettung und versuchte die Blutung zu stoppen. Leider vergebens, Roman T. erlag seinen schweren Halsverletzungen und verstarb noch am Tatort.

Im Ort herrscht allgemeine Fassungslosigkeit

Als die Polizei eintraf, waren auch die anderen beiden Männer noch vor Ort. Beide wurden von den Beamten in Gewahrsam genommen. Laut Kurier soll Raphael D. die Tat bereits gestanden haben. Seitens der Staatsanwaltschaft gab es bislang dazu keine Aussage.

In Böhlerwerk herrscht allgemeine Fasungslosigkeit. Bis um 8 Uhr sei er noch bei den Männern gesessen, so ein Anrainer, der ein paar Häuser weiter weg wohnt. Dann habe er den Ort des Geschehens verlassen, um die Fußball WM im Fernsehen zu verfolgen.

Man hätte sich vor Raphael D. in Acht nehmen müssen, wen dieser zu viel getrunken hatte, berichtet er. Dann habe er nämlich zu Gewaltausbrüchen geneigt. Diese Einschätzung wird von mehreren Personen bestätigt, die den mutmaßlichen Mörder gekannt haben.

Haus war bereits einmal in den Schlagzeilen

So dürfte Raphael D. auch im Zuge eines Streits einem Kontrahenten vor einiger Zeit in einem Wirtshaus mit einem Glas ins Gesicht geschlagen und diesem so das Nasenbein gebrochen haben.

Zum ersten Mal in den Schlagzeilen ist das Mehrparteienhaus in Böhlerwerk nicht. Der Mord ereignete sich im Hof jenes Hauses, aus dem sich im Februar letzten Jahres ein Mann erst in letzter Sekunde nur mehr mit einem Sprung aus dem ersten Stock vor einem Feuer retten konnte. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass der 30-Jährige damals das Feuer im Drogenrausch selbst gelegt hatte.

Seite 2: Die erste Kurzmeldung auf NÖN.at am Mittwoch

Die erste Kurzmeldung auf NÖN.at am Mittwoch:

Mordalarm: Verdächtiger in Haft

Mordalarm hat es Mittwochfrüh bei Böhlerwerk/Sonntagberg im Bezirk Amstetten gegeben, bestätigte die St. Pöltner Staatsanwältin Michaela Obenaus.

Demnach wurde im Hof eines Mehrparteienhauses die Leiche eines Mannes (39) gefunden. Der mutmaßliche Täter (37) ist in Haft. Bei dem Verdächtigen seien zwei Messer sichergestellt worden, er soll die Tat bereits gestanden haben.

Leopold Etz, Chef des Bereichs Mord im Landeskriminalamt NÖ, bestätigte gegenüber der NÖN die Verhaftung eines mutmaßlichen Täters. Der Ermittler des Bereichs Mord seien für die Erhebungen vor Ort.

Seitens der Staatsanwaltschaft gab es dazu keine Aussage. Gegen den festgenommenen Verdächtigen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Mordverdachts eingeleitet, so Staatsanwältin Obenaus. Noch stünden auch Zeugenvernehmungen an.

Auseinandersetzung im Hof des Hauses

Die Leiche wies Stichverletzungen auf. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten ordnete eine Obduktion an, die bereits durchgeführt wurde, sagte Sprecherin Michaela Obenaus. Das Ergebnis: Todesursache war eine Stichwunde am Hals.

Laut einer Meldung dürften die beiden Männer mit einem weiteren Bekannten am Dienstagabend reichlich Alkohol konsumiert und dann noch eine Bekannte aufgesucht haben.

Nachdem die Frau die Männer in der Nacht hinauskomplimentiert hatte, dürfte es im Hof des Hauses (siehe auch die Fotos vom Tatort oben) zu einer Auseinandersetzung gekommen sein, in deren Zug der Verdächtige zustach. Zu diesen näheren Umständen machte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft keine Angaben. Die Erhebungen würden noch laufen, so Obenaus.