Reiseziele vor der Haustüre

Erstellt am 16. April 2020 | 04:34
Lesezeit: 3 Min
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Das Familienunternehmen Kerschner verfügt über mehrere Bereiche, die trotz Coronakrise gut funktionieren. Geschäftsführer Richard Kerschner: „Das gibt uns finanzielle Stabilität.“
Foto: Daniela Matejschek, Franz Gleiß und Zwölfer Reisen
Mit Gutscheinen und neuem Angebot wird Krise überbrückt.
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Das Coronavirus veränderte innerhalb weniger Tage nicht nur das Reiseverhalten weltweit, sondern auch das Leben der Reiseveranstalter in der Region. Beim Familienunternehmen Kerschner wurde teilweise Tag und Nacht telefoniert, um die Kunden, die weltweit unterwegs waren, zurückzuholen.

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Zuversichtlich blicken auch Franz Mitterbauer und Michael Ringsmuth (Foto unten) in die Zukunft.
Foto: Daniela Matejschek, Franz Gleiß und Zwölfer Reisen

„Derzeit ist unsere Hauptaufgabe, die bestehenden Buchungen zu bearbeiten. Wir halten unsere Kunden stets am Laufenden, weil wir oftmals die Aussage des gebuchten Reiseveranstalters abwarten müssen“, erklärt Geschäftsführer Richard Kerschner. Bei Stornierungen bleibt der einbezahlte Wert auf jeden Fall bestehen, Umbuchungs- und Bearbeitungskosten werden bei Kerschner nicht verrechnet. „Bei unseren eigenen Busreisen bieten wir unseren Kunden bei einer Umbuchung einen ‚Vorfreude-Bonus‘ an, denn jede Umbuchung und jeder Reisegutschein ist für uns ein wichtiger Beitrag, um die aktuelle Situation gut zu überbrücken“, informiert Kerschner.

Auf eine lange Durststrecke stellt sich auch Franz Mitterbauer ein. Alle Reisebusse des Unternehmens stehen derzeit in der Garage. „Betriebswirtschaftlich ist das natürlich ein Supergau. Einen Teil der Reisebuslenker können wir in anderen Geschäftsbereichen wie im Linienverkehr beschäftigten, die anderen sind in Kurzarbeit“, sagt Mitterbauer. Rund 15.000 Gäste buchen jährlich ihren Urlaub bei Mitterbauer. Auch heuer war die Buchungslage bereits sehr gut. Bis Corona kam. „Dann mussten wir eine Reise nach der anderen absagen und 6.000 Kunden mitteilen, dass diese nicht stattfinden wird“, berichtet der Seniorchef.

Das betreffe vorerst alle Buchungen bis 30. Juni. „Für die zweite Jahreshälfte warten wir noch ab, rechnen aber auch dann mit nur sehr eingeschränkten Möglichkeiten“, sagt Mitterbauer. An der Ausarbeitung umfangreicher Angebote für den heurigen Urlaub im Heimatland wird bei Mitterbauer und Kerschner derzeit intensiv gearbeitet. „Österreich bietet ja eine Fülle an Möglichkeiten – vom Erlebnisurlaub in den Bergen bis hin zu historischen Städten“, zeigt sich Kerschner optimistisch.

„Auch in der zweiten Jahreshälfte rechnen wir mit nur sehr eingeschränkten Möglichkeiten.“Franz Mitterbauer

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Foto: Daniela Matejschek, Franz Gleiß und Zwölfer Reisen

Schlecht, aber nicht hoffnungslos ist die derzeitige Situation auch für Michael Ringsmuth, Geschäftsführer von Zwölfer Reisen in Melk. „Bis Ende April sind alle Reisen und Veranstaltungen storniert. Was danach kommt, steht noch in den Sternen“, berichtet Ringsmuth. Er rät aber seinen Kunden von einer überstürzten Stornierung aller gebuchten Reisen ab. Wenn es eine Reisewarnung für ein Land gibt, dann kann man jederzeit kostenlos zurücktreten. „Wir sind gespannt, wie sich die Lage entwickelt. Zum Glück haben wir auch ein Busunternehmen dabei. Viele Mitarbeiter helfen jetzt auch dort mit“, sagt Ringsmuth. Wenn die Beschränkungen gelockert werden, glaubt er, dass sich Österreich als Urlaubsland bewähren wird. „Vielleicht entdecken wir die Schönheit unseres Landes wieder neu.“

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