Parkplatz-Pilotprojekt ist seiner Zeit voraus. Freie Parkplätze bei Park&Ride-Anlage können in Echtzeit abgefragt werden. Bedarf dafür ist (noch) nicht gegeben.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 13. Februar 2020 (05:22)
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Wer mit dem Auto zum Bahnhof fährt, der kann sich jetzt bereits vorab informieren, ob bei der Park&Ride-Anlage auch wirklich noch ein Parkplatz frei ist. Eine Kooperation von Land NÖ und den ÖBB macht dies möglich, denn die Park&Ride-Anlagen in Haag, Ennsdorf, Ernsthofen und nach der Fertigstellung der Erweiterung auch in St. Valentin wurden als Pilotregion auserkoren.

Jeder einzelne Parkplatz wurde dafür mit einem Sensor versehen, der zuverlässig meldet, ob ein Stellplatz belegt oder frei ist. Die Belegungsdaten sind in Echtzeit via Internet abzurufen. Ein zukunftsweisendes Angebot, das in den jeweiligen Gemeinden derzeit aber noch nicht wirklich genutzt wird, da kein dringender Bedarf dafür besteht. „Ich befürworte das Projekt und freue mich, dass wir hier Vorreiter sind, aber unsere Park&Ride-Anlage ist nie komplett voll. Da gibt es immer freie Plätze“, erklärt etwa Haags Bürgermeister Lukas Michlmayr.

Ähnlich sieht das sein Ennsdorfer Amtskollege Daniel Lachmayr, für den das Projekt eigentlich zu früh kommt. „Unsere Park&Ride-Anlage ist sanierungsbedürftig. Ich hätte mir gewünscht, dass man das im Zuge eines Gesamtsanierungskonzepts macht“, betont er. Überfüllt ist die Anlage nicht. Das liegt wohl auch daran, dass viele Züge in Ennsdorf nicht mehr stehen bleiben. „Der Nutzen des Projekts ist erst da, wenn die Anlage komplett saniert ist und wenn vor allem die Züge auch halten“, stellt Lachmayr fest.

Anders dürfte die Situation in St. Valentin werden, wo die Park&Ride-Anlage momentan komplett überfüllt ist. Hier könnte auch eine weitere Idee des Landes interessant werden. „Als Premium-Angebot soll man Parkplätze buchen können, damit auch fix ein Parkplatz vorhanden ist, wenn man ihn braucht“, informiert Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko.