Bezirksrätin aus St. Peter erreichte Mandat in Wien. Theresa Schneckenreither errang mit Grünen ein Mandat in der Bezirksvertretung des Wiener Gemeindebezirks Margareten. Der St. Peterer Feuerwehr bleibt sie treu.

Von Katharina Kreisa. Erstellt am 31. Oktober 2020 (06:33)
Theresa Schneckenreither wird Bezirksrätin.
Benjamin Mohl

Die Wien-Wahl am 11. Oktober stellt für Theresa Schneckenreither aus St. Peter den Beginn eines neuen Lebensabschnittes dar. Die Grünen Margareten erhielten von den Wählern 28,2 Prozent und die junge Mostviertlerin ein Mandat in der Bezirksvertretung des fünften Wiener Gemeindebezirkes.

Dabei kam die 27-Jährige erst Anfang des Jahres zur Bezirksorganisation der Grünen Margareten. „Ich habe schon lange überlegt, mich politisch bei den Grünen zu engagieren. Der Ibiza Skandal im Mai letzten Jahres war schließlich der Anstoß für meinen Beitritt. Nachdem ich mich in der Organisation orientiert hatte, dockte ich bei der Bezirksorganisation in Margareten an“, sagt Schneckenreither.

Seitdem engagiert sie sich vor allem für Umwelt- und Klimaschutz sowie Feminismus. „Kurz nach meinem Beitritt starteten die Wahlvorbereitungen. In verschiedenen Themengruppen haben wir unser Wahlprogramm ausgearbeitet“, berichtet sie. Das Interesse an der Politik und an den Grünen hat die studierte Betriebswirtin bereits in jungen Jahren entwickelt. „Meine Zwillingsschwester und ich haben gerne Dinge hinterfragt. Es haben sich spannende Diskussionen mit unseren Eltern ergeben. Durch die Auseinandersetzungen mit politischen Geschehnissen wurde klar, dass die Grünen am besten meine Werte vertreten“, sagt die 27-Jährige.

Seit früher Jugend bei der Feuerwehr engagiert

Schneckenreither ist schon seit früher Jugend Mitglied der Feuerwehr in St. Peter und auch das hat seinen Teil zum politischen Interesse beigetragen. „Vor allem meine Mitgliedschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr in St. Peter hat mich auf männlich dominierte Gesellschaftsbereiche aufmerksam gemacht. Am plakativsten finde ich ein Erlebnis in der Feuerwehrschule. Es gab eine Diskussion über das Gendern von Dienstgraden. Beim Eintritt in das Feuerwehrwesen erhalten auch Frauen den Dienstgrad Feuerwehrmann. Als ich schließlich den Vortragenden fragte, ob er denn als Feuerwehrfrau bezeichnet werden wolle, schmunzelte er“, meint die junge Mostviertlerin.

Sie ist stolz auf den relativ hohen Frauenanteil der Freiwilligen Feuerwehr in St. Peter. Schneckenreither selbst hat 2018 die Feuerwehrmatura absolviert und ist seit einigen Jahren für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Übungen und Einsätze sind aufgrund von zeitlichen und geografischen Barrieren nicht mehr so oft möglich.

Nach ihrem Masterstudium Management an der Wirtschaftsuniversität Wien ist die 27-Jährige als Controllerin im Pflege- und Sozialbereich tätig. Ihr Lebensmittelpunkt befindet sich aufgrund von Arbeitsplatz und dem Engagement bei den Grünen in Wien. Dennoch fährt sie regelmäßig zu ihrer Familie und ihren Freunden zurück nach St. Peter. „Aufgrund der guten Zugverbindung ist das zum Glück einfach“, sagt sie.

Mit ihrer politischen Arbeit möchte die junge Mostviertlerin vor allem andere junge Frauen ermutigen. „Es ist schade, dass es Barrieren zwischen Frauen und Männern gibt. Sowohl Politik als auch Feuerwehr werden von Männern dominiert. Je mehr sich Frauen engagieren, umso selbstverständlicher wird die Etablierung von Frauen in diesen Bereichen“, ist Schneckenreither überzeugt.