Gemeinden im Bezirk Amstetten werden „grüner“

Umwelt- und Klimaschutz gewinnen bei Gemeinden an Stellenwert.

Erstellt am 07. Oktober 2020 | 03:40
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Bei der Überreichung der „Natur im Garten“ Plakette: Beate Schmid-Kloiber, Michaela Hinterholzer, Alois Graf, Hans Redl, Günter Schmid-Kloiber, Franz Zehethofer, Franz Kronesl und Martina Oberleitner.
Foto: Hudler

Seit dem Sommer 2019 ist die Stadt Amstetten „Natur-im-Garten-Gemeinde“. Und damit Teil der bewährten Aktion, an der 410 der 573 Niederösterreichischen Gemeinden teilnehmen. Im Bezirk Amstetten sind nur zwei Gemeinden nicht dabei. „Wir profitieren von der Unterstützung bei der Gestaltung von Grünräumen, wie aktuell etwa beim LE-Projekt ‚Schmetterlingsgarten‘, aber auch durch die Möglichkeit, Beratungen in Anspruch zu nehmen“, berichtet Umweltstadtrat Dominic Hörlezeder von den Vorzügen der Mitgliedschaft. Er verrät, dass verstärkt ökologischere Grünräume geschaffen werden und somit ein beträchtlicher Anteil zum Erhalt der Artenvielfalt geleistet wird. Schon 2016 habe sich die Stadt für den Verzicht von Glyphosat auf gemeindeeigenen Flächen ausgesprochen. „Und da wir im Bereich der Ökologisierung mit einem eigenständigen Umweltreferat agieren, sehe ich in ‚Natur-im-Garten‘ in erster Linie einen Prozess der Bewusstseinsbildung, den die Menschen aktiv begleiten“, ist Hörlezeder sicher.

Haidershofen ist beim Natur-, Umwelt- und Klimaschutz seit Jahrzehnten sehr aktiv. Ob als Klimaschutzgemeinde, Energie-Gemeinde, PV-reichste Gemeinde Niederösterreichs oder als ölfreie Gemeinde durch Versorgung aller öffentlichen Gebäude mit erneuerbarer Wärmeenergie. „Schon lange werden die gemeindeeigenen Spielplätze, Parks, Kreisverkehre und das Straßenbegleitgrün ohne chemisch-synthetische Düngemittel und Pestizide sowie ohne Torf gepflegt. Die Gemeinde zeigt damit, wie sich ansprechende Grünraumgestaltung und Ökologie hervorragend miteinander verbinden lassen“, berichtet Bürgermeister Manfred Schimpl. Das öffentliche Bekenntnis zu biologischem Pflanzenschutz von „Natur im Garten“ sei somit nur ein logischer Schritt gewesen.

Auch Viehdorf ist Natur-im-Garten-Gemeinde. Hier gibt es immer wieder Initiativen. Zuletzt beim Betreuten Wohnen in Hainstetten. „Wir möchten der Natur mehr Lebensraum geben und die Biodiversität stärken“, sagte dort Koordinator Hans Redl im Rahmen einer Feierstunde. Dabei erhielt die Hausgemeinschaft aus den Händen von Landtagsabgeordneter Michaela Hinterholzer die „Natur im Garten“-Plakette. „Wir haben im Innenhof – den sogenannten Marienhof – der Wohneinrichtung ein neues Leben eingehaucht“, betonte Redl.

Höhere Pflanzenvielfalt ist bald sichtbar

Günter Schmid-Kloiber, Bewohner des Betreuten Wohnens, bestückte den Hof mit zahlreichen Blumen-Arrangements. Heuer hat man sich entschlossen, die Wiese nur mehr im Frühjahr und im Herbst zu mähen. Die Auswirkungen sind schon erkennbar: Zahlreiche Schmetterlingsarten sowie Wild- und Honigbienen tummeln sich in der Anlage. Bei einer Besichtigungstour stellte Martina Oberleitner, Pädagogin im Bereich des Pflanzenbau, eine große Pflanzenvielfalt in der Wiese fest. „In Zukunft werden wir die Grünfläche mit Blumen bestücken, um den Bewohnern die Möglichkeit zu bieten, auch ihren Wohnbereich damit zu verschönern“, sagte Redl.

Seitens „Natur im Garten“ betonte Alois Graf, dass das Betreute Wohnen die erste Einrichtung dieser Art sei, welche die Plakette erhalten hat.

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