Eine historische Sitzung in Strengberg. Der neu gewählte Gemeinderat tagte am vergangenen Donnerstag zum ersten Mal. Mit dem nötigen Abstand fand die Sitzung in der Aula des Gemeindeamtes statt.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 07. Mai 2020 (04:54)
Der Gemeinderat rund um Neo-Bürgermeister Johann Bruckner (beim Tisch stehend) tagte am vergangenen Donnerstag in der Aula des Gemeindeamtes. Um den Vorgaben zu entsprechen, wurde der Abstand zwischen den Sitzplätzen genau ausgemessen.
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Seine erste Sitzung als Bürgermeister und Vizebürgermeister hatte sich das neue Duo an der Gemeindespitze vermutlich anders vorgestellt. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb wird sie Ortschef Johann Bruckner, Vize Lukas Schatzl und dem neu gewählten Gemeinderat aber in ständiger Erinnerung bleiben.

Weil der Großteil der Mandatare auch in Coronazeiten eine „richtige“ Gemeinderatssitzung und keine Videositzung wollte, tagte der Gemeinderat erstmals in der Aula des Gemeindeamtes. Der Abstand zwischen den Sitzplätzen war genau ausgemessen, um den geforderten Sicherheitsabstand einzuhalten.

Auf Tische musste bis auf eine Ausnahme verzichtet werden. „Wir hatten keine fixe Sitzordnung wie sonst im Sitzungssaal. Jeder konnte sich seinen Platz selber aussuchen“, schildert Bürgermeister Johann Bruckner und betont, dass „aufgrund der Sitzordnung eine lockere, angenehme Atmosphäre“ geherrscht habe. Zuhörer waren zu dieser Sitzung im außergewöhnlichen Ambiente nicht gekommen. Sie hätten sie aus Platzgründen ohnehin nur vom Stiegenhaus aus mitverfolgen können.

Alle Beschlüsse einstimmig gefällt

Vollzählig anwesend war hingegen der Gemeinderat. Und er agierte in der eineinhalb Stunden dauernden Sitzung äußerst harmonisch. „Alle Beschlüsse wurden einstimmig gefällt“, freut sich der Bürgermeister über den Verlauf der Sitzung, bei der der Rechnungsabschluss im Mittelpunkt stand.

„Wir haben insgesamt eine solide Gebarung. Es können Überschüsse von rund 800.000 Euro ins neue Jahr übertragen werden“, erklärt Bruckner. Wichtigstes Projekt war mit Kosten von über zwei Millionen Euro die Wasserversorgung durch den neuen Brunnen in der Au, der Anfang Februar in Betrieb genommen wurde. Trotz der dafür notwendigen Kreditaufnahmen in der Höhe von 1,3 Millionen Euro stiegen die Schulden nur um 792.000 Euro auf 5,58 Millionen. „Obwohl es in den Gemeinden durch die Coronakrise zu finanziellen Einbußen kommen wird, gehe ich davon aus, dass die geplanten Projekte 2020 durchgeführt werden können“, blickt Bruckner angesichts der guten Liquiditätssituation optimistisch in die Zukunft.

Bezüglich Wasserversorgung wurde auch eine Erweiterung der Fernwirkanlage beschlossen, um die bestehenden Brunnen ebenfalls in das neue EDV-System einzubinden. Kostenpunkt: rund 58.600 Euro. Desinfektionsanlage, Enteisungs- und Drucksteigerungsanlage sowie Tiefbehälter können dann gemeinsam über alle Brunnenanlagen hinweg gesteuert werden.

In der Mittelschule werden im Sommer die WC-Anlagen erneuert. Laut Kostenschätzung wird sich die Investition mit rund 127.000 Euro zu Buche schlagen.