Rettung durch die Hintertüre für Holzkraftwerk Ennsdorf. Holzkraftwerk in Ennsdorf dürfte nach Abänderungsantrag im Parlament für drei Jahre gesichert sein.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 30. April 2019 (06:01)
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Betreiber Johann Glöckl (rechts) und Werksleiter Stefan Luger können aufatmen. Die Basis für einen Weiterbestand des Ennsdorfer Holzkraftwerks wurde am Donnerstag im Nationalrat gelegt.

Am vergangenen Donnerstag wurde im Parlament das Biomassegrundsatzgesetz beschlossen. Dadurch können Holzkraftwerke, deren Einspeisetarife aufgrund fehlender Nachfolge-Regelungen im aktuellen Ökostromgesetz auslaufen, weiter betrieben werden, wenn sie einen Brennstoffnutzungsgrad von 60 Prozent schaffen. Für Werke, die diese Vorgabe nicht erfüllen, gibt es nun aber auch wieder einen Hoffnungsschimmer.

„Durch einen Abänderungsantrag von ÖVP-Energiesprecher Lettenbichler wurde der Punkt des Effizienzkriteriums entschärft. Das ist eine große Erleichterung und dafür sind wir dankbar“, erklärt Johann Glöckl, der Betreiber des Holzkraftwerks in Ennsdorf.

 Befürchtungen haben sich nicht bestätigt

 Betriebe, die mehr als 50 Prozent Schadholz verheizen, können jetzt weiter bestehen, sofern die Länder diese Möglichkeit auch umsetzen und in einem Landesgesetz verankern. „Das ist eine Hintertür, dass Anlagen wie unsere, die im Wesentlichen nur Schadholz verheizen, trotzdem für drei Jahre mit dem geförderten Tarif weiterfahren können“, hofft Glöckl, dass das Land NÖ rasch reagieren wird. Für das Ennsdorfer Werk heißt der Beschluss konkret, dass die Anlage am 23. Mai vorerst abgestellt werden muss, denn zu diesem Zeitpunkt laufen die Verträge aus. „Dann werden wir eine Revision machen. Das dauert drei Wochen. Angeblich wollen die Länder das noch vor der Sommerpause gesetzlich umsetzen. Dann könnten wir nach der Revision wieder voll starten“, ist Glöckl optimistisch. Das war zuletzt nicht immer so, denn der GEM-Geschäftsführer befürchtete für das Ennsdorfer Werk bereits das Schlimmste: „Ich kenne nur die Regierungsvorlage. Wenn diese beschlossen wird, dann heißt das für uns, dass es vorbei ist.“

EVN
EVN-Sprecher Stefan Zach bestätigte die Stilllegung des Ernsthofner Werkes.

Angesichts der aktuellen Entwicklungen im Parlament dürfte die EVN als Betreiber des Holzkraftwerks in Ernsthofen, das bei der Effizienz ebenfalls unter die geforderte 60 Prozent-Marke fällt, zu früh das Handtuch geworfen haben. „Die Anlage wird stillgelegt, nachdem sie den Wirkungsgrad nicht erfüllen kann. Das haben wir den Kunden und Lieferanten bereits vor einigen Monaten mitgeteilt, dass das so kommen wird“, erklärt EVN-Sprecher Stefan Zach.

 Werk in Ernsthofen wird stillgelegt

 Für die Kunden werde es keine Änderungen geben, versichert Zach. „Sie bekommen auch künftig die Wärme von uns, allerdings erzeugen wir sie in einer anderen Anlage mit Erdgas“, erläutert Zach. Die Schließung des Werkes – die Verträge laufen auch hier im Mai aus – habe laut dem Unternehmenssprecher auch „keine Auswirkungen auf Arbeitsplätze“. Schließlich betreibe die EVN viele andere Werke im Land.

Noch nicht geklärt ist, was mit dem Inventar des Werkes passieren wird. „Das ist eine tolle Anlage, die technisch in Ordnung ist. Die hätte man noch locker zehn bis zwölf Jahre weiterbetreiben können“, berichtet Zach. Man werde sich daher bemühen, die Teile bestmöglich zu verwerten. „Da sind hochwertige Maschinen drinnen“, weiß Stefan Zach. Kann sein, dass man nun in einem der eigenen Werke dafür Bedarf hat oder Dritte daran interessiert sind. Man werde sie, so Zach, jedenfalls einer „sinnvollen Verwendung“ zuführen.

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