St. Valentiner Hofladen als Startprojekt. Die ÖVP will künftig vermehrt Akzente im Wirtschaftsbereich setzen. Ein Angebot für Direktvermarkter ist bereits in Planung. Ein Konzept für Förderrichtlinien wird ausgearbeitet.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 16. Mai 2021 (05:36)
Karl Tröbinger, Andreas Pum, Michael Purkarthofer, Martin Weichselbaumer und Karl Bunzenberger (von links) vor der Musikschule und dem Kulturhaus, die nach Fertigstellung der neuen Veranstaltungshalle ausgedient haben.  Foto: Vogl
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Die ÖVP lud Anfang Mai zu einem Pressegespräch ein, um aus ihrer Sicht über die wirtschaftlichen, kulturellen und ökologischen Entwicklungen in der Stadt zu informieren.

Dabei erneuerten die Mandatare ihre Kritik am geplanten Skaterplatz auf der ehemaligen Deponie in Herzograd, der bereits 2015 hätte realisiert werden sollen.

„Wir nehmen die Gegebenheiten zur Kenntnis. Fakt ist aber, dass eine Million Euro investiert wurde und wir noch immer keinen Freizeitpark haben und auch kein vollwertiges Grundstück, weil Tiefbauarbeiten nicht möglich sind“, kritisiert Stadtrat Andreas Pum, dass die Stadtgemeinde die Kosten für die Deponieschließung zur Gänze übernehmen musste, weil Bundes- oder Landesmittel zur finanziellen Unterstützung nicht bewilligt wurden.

„Wir haben immer gesagt, dass uns die Kosten davonlaufen werden, aber die Warnungen wurden ignoriert. Um das Geld wäre auf einem anderen Grundstück schon reger Betrieb“, betont Parteiobmann Michael Purkarthofer.

„Valentin braucht eine attraktive Standortpolitik“,

Wichtige Akzente will man im Wirtschaftsbereich setzen. „Mein Ziel ist, etwas zu bewegen und zu verändern“, hat sich Karl Tröbinger vorgenommen. So wird bis Herbst ein neues Konzept für Förderrichtlinien ausgearbeitet, bei dem man vom NÖ Wirtschaftsbund unterstützt wird. „Valentin braucht eine attraktive Standortpolitik“, ist auch Andreas Pum überzeugt.

Die zentrale Lage im prosperierenden Wirtschaftsraum Enns-Donauwinkel ziehe zwar viele Firmen an, St. Valentin hat in den letzten elf Jahren aber keinen Betrieb dazugewonnen. „Hier besteht Handlungsbedarf. Zusätzlich muss eine Innenraum-Zentrumsbelebung angekurbelt werden“, sagt Pum.

Ein Schritt in diese Richtung ist ein rund um die Uhr zur Verfügung stehender Hofladen, der mit Unterstützung der Dorf- und Stadterneuerung realisiert werden soll. Ein Lokal in der Nähe des Franz-Forster-Platzes hat man bereits im Auge. 13 Produzenten haben Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet. Die Details des Projekts werden bis Jahresende erarbeitet. Ziel ist laut Pum, den 24 Stunden-Laden im Frühjahr 2022 zu eröffnen.

Das größte und wichtigste Projekt in der Stadt ist derzeit die Veranstaltungshalle samt Musikschule, mit dessen Bau bereits begonnen wurde. „Wir freuen uns irrsinnig auf das neue Gebäude. Es wird alle Stückerl spielen“, erklärt Gemeinderat Martin Weichselbaumer, der Standortkoordinator der Musikschule ist.

Die Arbeit in der Musikschule ist top, was die Erfolge beim Landeswettbewerb Prima la Musica gezeigt haben. Nur die Infrastruktur ließ bisher zu wünschen übrig. Das ändert sich mit dem Neubau, in dem der Musikschule zehn Räume zur Verfügung stehen werden. Auch die Halle, die Platz für 650 Besucher bietet, wird man nützen, erklärt Weichselbaumer.

Einen Kritikpunkt hat man aber dennoch. „Beim größten Projekt der Stadt sind keine Valentiner Firmen dabei. Wir haben Elektriker, Zimmerer und andere, die die Halle auch zu 80 Prozent hätten umsetzen können“, bedauert Pum die Entscheidung der Stadt und er kündigt an, dass man die Bauphase „ständig kontrollieren“ werde. „Wir schauen, dass der Kostenrahmen eingehalten wird“, stellt er klar.

Stadtrat Karl Bunzenberger ging auf die Pläne beim Hochwasserschutz ein, wo aktuell über neue Dammvarianten entlang der Enns in Wimm und Kötting gesprochen wird. 15 Liegenschaften sollen hier geschützt werden.