Ein Obstgarten für alle in Haag. Die Initiative Lebensraum Haag stellte zwei Projekte zum Thema nachhaltige Stadtbegrünung vor.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 22. Oktober 2020 (06:18)

Dem Engagement von Martina Stollnberger und Elke Kastner-Kainović ist es zu verdanken, dass im Vorjahr aus dem Klimabündnis Haag die Initiative Lebensraum Haag entstand. Dieser Arbeitskreis, der mittlerweile aus einem Kern von 16 Personen besteht, beschäftigt sich mit den Themen Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz. Jährlich wird an einem Schwerpunktthema gearbeitet. Heuer war dies die nachhaltige Stadtbegrünung, wofür zwei Projekte entwickelt wurden. Die Ergebnisse wurden am vergangenen Samstag präsentiert.

Eines der Projekte ist der Haager Stadtobstgarten, der gegenüber des Fußballplatzes entlang der Friedhofsmauern entstehen wird. Grundlage dafür ist die Geburtsbäumchen-Aktion der Gemeinde, bei der Haager Familien für die Geburt eines Kindes einen Obstbaum als Geschenk bekommen. All jene, die dafür keinen Platz im eigenen Garten haben oder keinen Garten besitzen, können das Geburtsbäumchen für den Stadtobstgarten zur Verfügung stellen.

Die Früchte dürfen dann von der Bevölkerung gepflückt werden. „Wie wir alle die Straßen benützen, soll auch der Garten von allen Haagern benützt werden“, erklärt Elke Kastner-Kainović die Idee dahinter. Die Bäume werden einmal im Jahr gesetzt, die Pflege übernimmt die Initiative Lebensraum Haag.

Erste Bäume für den Stadtobstgarten

Am vergangenen Samstag wurde der Stadtobstgarten nun offiziell eröffnet und die ersten drei Apfelbäume von Vizebürgermeister Anton Pfaffeneder, dem Vertreter der Gemeinde im Arbeitskreis, gepflanzt. „Danke für eure Initiative. Das ist eine spannende Geschichte. Es freut mich auch, dass ihr den Weißpark im Fokus habt, denn der war zuletzt ein Stiefkind“, lobte Pfaffeneder auch das zweite Projekt der Initiative.

Mit viel Herz und Engagement wurde im Weißpark in Kooperation mit den Bäuerinnen und der Sonderschule der Kräutergarten revitalisiert und um Gemüsebeete erneuert, die Blumentröge neu bepflanzt, Insektenhotels und zahlreiche Vogelnistkästen gebaut und im Park montiert. Zudem wurden noch Mager- und Blumenwiesen angelegt, eine Vogelschutzhecke folgt am 31. Oktober. Um die Bevölkerung auch über dieses Projekt zu informieren, veranstaltete man am Samstag ein kleines Fest, bei dem die Bäuerinnen mit warmen Suppen, Kaffee und Kuchen für das leibliche Wohl der Besucher sorgten, die sich vom nasskalten Wetter nicht abschrecken ließen.