Neues Buch von Weistracherin über ausgestorbenes Handwerk

Erstellt am 27. Mai 2022 | 12:58
Lesezeit: 2 Min
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Autorin Andrea Drexler mit Franz Kornmüller, dessen Großvater Josef Kornmüller der letzte Wagnermeister war und sein Vater Franz Kornmüller den Tischlereibetrieb aufbaute, den er später übernahm.
Foto: Kogler
Neues Buch beleuchtet Blüte und Niedergang des Wagnergewerbes.
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Alles befindet sich im steten Wandel. So natürlich auch die Arbeitswelt. Das kürzlich der Öffentlichkeit vorgestellte Buch „Das Wagnergewerbe in Niederösterreich. Vom zünftigen Handwerk bis zum Niedergang des Wagner-Handwerks. Die Familie Kornmüller, Wagnermeister über Generationen im Mostviertel“ von Andrea Drexler entführt in eine Zeit, in der der Beruf des Wagners ganz normal zum Alltagsleben gehörte.

Die Autorin stieß im Rahmen der Erforschung der Ahnen ihrer Mutter auf ein interessantes Faktum, das in ihrer Familie niemand wusste: Ihr Großvater Josef Kornmüller führte einen Wagnereibetrieb. Aufgrund der fortschreitenden Industrialisierung und Motorisierung war die Auftragslage Ende der 1950er-Jahre von geringem Umfang. Man sah sich gezwungen, ein neues Standbein zu finden. So wurde aus der Wagnerei im Jahre 1963 eine Tischlerei, die von seinem Sohn Franz Kornmüller geführt und zu einem großen Unternehmen ausgebaut wurde. So endete nach insgesamt 232 Jahren, seit dem Jahr 1731, die Ausübung des Wagnerhandwerks in dieser Stammlinie der Familie Kornmüller, davon 241 Jahre am Wagnerhäusl in Gmerk, Holzschachen, wo 2012, also vor zehn Jahren, die Tore der Tischlerei ebenfalls geschlossen wurden.

Einen weiteren zentralen Aspekt dieser wertvollen Publikation bildet die Schilderung der politischen und gesellschaftlichen Veränderungen des 20. Jahrhunderts, die am Beispiel dieser Mostviertler Familie aufgezeigt werden. Das durchgehend illustrierte Buch ist bei Autorin Andrea Drexler (andrea.drexler@gmx.at) erhältlich.

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