Zwei Projekte in Ernsthofen im Fokus. Die Errichtung einer vierten Kindergartengruppe sowie von Einrichtungen zur Tagesbetreuung für Kinder unter drei Jahren und für ältere Menschen haben derzeit Vorrang.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 21. Mai 2020 (04:23)
Bürgermeister Karl Huber auf dem Grundstück, auf dem die neue Arztpraxis gebaut wird. Im bestehenden Gebäude im Hintergrund, dem ehemaligen Gschwantnerhaus, werden Tagesbetreuungseinrichtungen für ältere Menschen entstehen.
Vogl

Die aufgrund der Coronakrise zu erwartenden finanziellen Einschnitte in die Gemeinde-Budgets erfordern es, bei Bauprojekten, Straßenerrichtungen und Straßengestaltungen Prioritäten zu setzen. In Ernsthofen hat man diesbezüglich schon eine Entscheidung getroffen. So wird die Fassadengestaltung samt Sonnenschutz beim Gemeindeamt ebenso zurückgestellt wie die Tribüne am Sportplatz. Der Neubau von Straßen wird eher nicht stattfinden, dafür werden Instandhaltungen vorgezogen.

Kinder und Senioren haben jetzt Priorität

Das Hauptaugenmerk wird man auf zwei Projekte legen. Es sind dies die Errichtung der Arztordinationsräumlichkeiten in Verbindung mit Tagesbetreuungseinrichtungen für ältere Menschen sowie die Errichtung einer vierten Kindergartengruppe mit Tagesbetreuungseinrichtungen für Kinder unter drei Jahren als Zubau beim alten Kindergarten. Derzeit wird auch noch die Einrichtung einer provisorischen Kindergartengruppe angestrebt. „Die Gemeinden sind und werden auch in Zukunft wichtige Investoren für die heimische Wirtschaft bleiben und uns muss diese Rolle auch bewusst sein. Es freut mich, dass meine Gemeindevorstandskollegen in dieser Weise auch meinen Vorschlägen gefolgt sind“, erklärt Bürgermeister Karl Huber.

Als Zubau zum bestehenden Kindergarten ist die Errichtung einer vierten Kindergartengruppe mit Tagesbetreuungseinrichtungen für Kinder unter drei Jahren geplant.
Heimat Österreich

Das Arztpraxis-Projekt steht bereits in den Startlöchern, da die Gemeinde bereits vorsorglich ein Gelände neben dem Bauhof und der Feuerwehr angekauft hatte. „Unsere Ärztin wird dort selbst ihre Ordination errichten. Diese wird in das bestehende Gebäude übergehen, wo wir im Erdgeschoß die Tagesbetreuung einrichten werden“, erläutert Huber das Vorhaben. Geplant wird für zehn bis 15 Personen, die hier gemeinsam spielen oder kochen können beziehungsweise auch gemeinsame Ausflüge unternehmen können. Ende 2021 sollen Arztpraxis und Tagesbetreuung den Betrieb aufnehmen.

In Ernsthofen wurde und wird fleißig gebaut. So entstehen etwa bis Ende des Jahres 30 Wohnungen am Gelände der ehemaligen Wikinger-Tanzbar. „Wir gehen davon aus, dass junge Familien mit Kindern kommen“, erklärt der Ortschef, warum man die Errichtung einer vierten Kindergartengruppe plant. Die Umsetzung ist aber erst für das nächste Jahr vorgesehen. Bis dahin soll es ein Provisorium in der Musikschule geben. „Das liegt derzeit beim Land zur Genehmigung. Die Voraussetzungen in der Musikschule sind da. Wir könnten mit 1. September starten“, betont Huber.

Der neue Kindergarten inklusive Tagesbetreuung für Kinder unter drei Jahren soll dann direkt hinter dem bestehenden Kindergarten gebaut werden und auch mit diesem verbunden sein. Das Grundstück ist im Besitz der Genossenschaft Heimat Österreich, die dort auch ein Wohnhaus errichten wird. Für die Gemeinde gibt es nun zwei Möglichkeiten: Entweder die Genossenschaft baut auch den Kindergarten und die Gemeinde mietet das Gebäude oder die Gemeinde kauft der Genossenschaft den Grund ab und baut den Kindergarten selbst. „Eher wird es die zweite Variante werden“, verrät der Bürgermeister.