St. Valentin: 1,3 Millionen für den Hochwasserschutz. Am Freitag wurde der Spatenstich für den Hochwasserschutz in Altenhofen vorgenommen. Fertigstellung für Frühjahr 2020 geplant.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 13. November 2018 (05:44)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Stadtrat Karl Bunzenberger, Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr, 2. Landtagspräsident Gerhard Karner, Landeshauptfraustellvertreter Franz Schnabl, Christian Amberger von der Wildbach- und Lawinenverbauung und Stadtrat Thomas Hagmüller (von links) nahmen den Spatenstich für den Hochwasserschutz Haglergraben vor.
Vogl

„Heute gibt es Grund zum Feiern“, verkündete Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr am vergangenen Freitag. Was der Stadtchefin ein breites Grinsen ins Gesicht zauberte, war der Spatenstich für das Hochwasserschutzprojekt Haglergraben in Altenhofen. „Aufgrund anderer Katastrophen wurde St. Valentin leider immer wieder zurückgereiht. Umso glücklicher bin ich jetzt, dass wir endlich starten können“, erklärte Suchan-Mayr.

Vor Bildern der letzten Hochwasserkatastrophe in Altenhofen präsentierte Christian Amberger von der Wildbach- und Lawinenverbauung das 1,3 Millionen teure Projekt Haglergraben.
Vogl

2012 führte ein Starkregen in Altenhofen zum letzten Mal zu einem großen Hochwasser. „Ich kann mich noch gut erinnern. Wir hatten eine SPÖ-Fraktionssitzung, als ich am Handy eine Meldung bekam, dass in Altenhofen ein Hochwassereinsatz ist. Wir haben die Sitzung dann unterbrochen und vor Ort miterlebt, wie das Wasser hüfthoch die Straßen herunterschoss“, schilderte Suchan-Mayr die dramatischen Ereignisse.

Die Notwendigkeit einer Sanierung des Haglergrabens und der Errichtung eines Rückhaltebeckens wurde damals allen deutlich vor Augen geführt. Man machte sich auf die Suche nach passendem Grund. 2014 ergab sich die Möglichkeit zum Grundkauf, 2015 wurden Vereinbarungen mit den Grundeigentümern geschlossen. „Danke an alle, dass wir eine gemeinsame Lösung für Altenhofen gefunden haben“, bedankte sich die Bürgermeisterin bei der beim Spatenstich anwesenden Bevölkerung.

350.000 Euro investierte die Gemeinde in den Grundkauf. Die Verrohrung bis zur Erla und die Verlegung der Straße wird sich mit weiteren 200.000 Euro zu Buche schlagen. Das gesamte Hochwasserschutzprojekt, das auch ein Rückhaltebecken mit 6.000 Kubikmetern Volumen umfasst, ist mit 1,3 Millionen Euro veranschlagt. 56 Prozent übernimmt dabei der Bund, 15 das Land, 26 die Stadt und drei der NÖ Straßendienst.

Rückhaltebecken wird über Winter ausgehoben

„Wir schützen mit diesem Projekt den Raum Altenhofen und die Straße vor Hochwasserereignissen. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nirgends im Leben, aber das Ausmaß des Schadens wird durch die Reduzierung der Abflussspitze verringert“, betonte Christian Amberger von der Wildbach- und Lawinenverbauung, die das Projekt ausführt.

Dass in Altenhofen überhaupt ein Hochwasserschutz notwendig sei, verwunderte Landeshauptfraustellvertreter Franz Schnabl. „Als ich hergekommen bin, habe ich gefragt, wo hier die Pumpen sind, die das Hochwasser heraufpumpen“, scherzte er in seinen Grußworten. Drei Hochwasserereignisse in zehn Jahren würden aber zeigen, dass er sehr wohl notwendig sei, ergänzte Schnabl. Für den 2. Landtagspräsidenten Gerhard Karner war es „eine Ehre und Freude, dass ich bei diesem Festakt dabei sein darf, weil es für die Region ein besonders wichtiger Tag ist“.

Das Rückhaltebecken wird über den Winter ausgehoben. Die Verlegung der Straße erfolgt im nächsten Jahr, die Fertigstellung des Projekts ist für Frühjahr 2020 geplant.