Mit Efeu gegen Lärm in Ennsdorf

In Ennsdorf entsteht Europas größte „grüne“ Lärmschutzwand. Erste Bepflanzungsaktion schon durchgeführt.

Peter Führer
Peter Führer Erstellt am 06. Oktober 2021 | 04:52

Seit Juli arbeitete man beim Ecoplus-Wirtschaftspark in Ennsdorf an einer „grünen“ Lärmschutzwand. In der Vorwoche erfolgten der Montageabschluss und zugleich die Bepflanzung mit den ersten Kletterpflanzen. Die acht Meter hohe, am Boden 1,8 Meter breite und 1,2 Kilometer lange Wand soll die Anrainer künftig vor Lärm schützen. Es handelt sich um die größte in Europa errichtete Wand ihrer Art. Clou der Sache: Das Konzept setzt auf ökologische Vorteile und soll als Grüngürtel optisch, aber auch funktionell als Lärmschutz fungieren.

Entwickelt wurde das System vom Vorarlberger Unternehmen „grünkonzept“. Geschäftsführer Stefan Gieselbrecht verweist im Zuge eines Pressetermins auf die Vorteile: „Das System ist zukunftsweisend. In 13 Jahren hat die Wand so viel CO 2 gebunden, wie sie zur Errichtung gebraucht hat. Dazu kommt, dass das Dammmaterial des bereits davor bestehenden Dammes zur Füllung genutzt werden konnte. Das bedeutet, es gibt auch wirtschaftliche Vorteile“, erklärt er.

Insgesamt sei die Variante ein Drittel günstiger als andere Konstruktionen. Allerdings wird auch mehr Platz gebraucht. Platz, der in Ennsdorf allerdings aufgrund des Dammes gegeben war.

Haltbarkeit von 60 Jahren und mehr

Auch besonders haltbar sei der Lärmschutz. Gieselbrecht geht hier von mindestens 60 Jahren aus. Der in der Konstruktion verwendete Stahl sei nämlich vor UV aber auch vor Nässe geschützt. „Wir rechnen eigentlich damit, dass die Wand noch deutlich länger als die prognostizierten 60 Jahre haltbar ist“, sagt Gieselbrecht. Eine Wartung sei zudem nur in den ersten drei Jahren notwendig, danach wäre die grüne Wand pflegefrei. In Deutschland wird das System bereits seit 25 Jahren eingesetzt, in Österreich seit fünf Jahren, wobei bis jetzt nicht in jenem großen Ausmaß wie in Ennsdorf. Peter Wondra (Bereichsleiter Standort & Service, Geschäftsfeldleiter Wirtschaftsparks der Ecoplus) klärt über die Hintergründe auf. „Wir haben auf die Beschwerden von Anrainern reagiert. Der Lärmschutz, der vorhanden war, dürfte zu wenig gewesen sein. Von dieser Möglichkeit der grünen Lärmschutzwand haben wir vor Kurzem erfahren. Es ist ein Pilotprojekt.“

Insgesamt nimmt die Ecoplus 2,5 Millionen Euro für die Umsetzung dieses Bauprojekts – inklusive ein Jahr Nachbetreuung – in die Hand.

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