Ernsthofen hat viel vor im neuen Jahr

Von der Erweiterung des Kindergartens über die Fertigstellung der Tagesbetreuungsstätte für ältere Personen bis hin zur Errichtung einer Wasserleitung reichen die Pläne der Gemeinde.

Erstellt am 13. Januar 2022 | 05:45
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8263562_hsv02ernst_ordieroeffnung_3sp.jpg
Bürgermeister Karl Huber und Amtsleiterin Edith Bauer bei der Ordinationseröffnung von Ärztin Michaela Sallinger (2. von rechts). An ihre Ordination wird die Tagesbetreuungsstätte für ältere Personen angeschlossen.
Foto: privat

Einige größere Projekte prägen das Jahr 2022 in der Gemeinde Ernsthofen. Diese spiegeln sich natürlich auch im Voranschlag (siehe Infobox) wider, den der Gemeinderat in der Sitzung vor Weihnachten beschlossen hat. Der Saldo 5 (VA-wirksame Gebarung) ergibt dabei einen Betrag von minus 404.300 Euro. „Dieser Betrag wird aufgrund der vorhandenen liquiden Mittel in Höhe von rund 450.000 Euro finanzierbar sein“, merkt Bürgermeister Karl Huber zur Finanzierungstätigkeit der Gemeinde an.

Der größte finanzielle Brocken im Voranschlag betrifft die Erweiterung des Kindergartens für eine vierte Gruppe und eine Tagesbetreuung für Kleinkinder. Im Voranschlag sind dafür 760.000 Euro vorgesehen, die geschätzten Gesamtkosten für das Projekt inklusive Grundankauf belaufen sich auf rund 1,1 Millionen Euro. Und es könnte ein ganz spezielles Projekt werden, wie der Ortschef betont: „Derzeit sind wir im Planungsstadium mit einem öffentlichen Wohnbauträger, da vielleicht eine Kombination mit einem geplanten Wohnbau und dem Kindergartengebäude erfolgen könnte.“ Sehr weit gediehen ist hingegen das Projekt Tagesbetreuungsstätte für ältere Personen im ehemaligen Gschwantnerhaus in der Werkgarnerstraße. Die Ordination von Allgemeinmedizinerin Michaela Sallinger, an die die Tagesbetreuungsstätte angeschlossen sein wird, wurde bereits im November des Vorjahres eröffnet. Die Fertigstellung der Tagesstätte soll Mitte des heurigen Jahres erfolgen. „Die Bestellung der Leiterin für den laufenden Betrieb ist bereits erfolgt. Gemeinsam mit ihr wird nun die weitere Personalplanung durchgeführt“, erklärt Huber.

Der erste Stock des Gebäudes soll künftig zum Teil für Jugendräumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden, aber auch Raum für allgemeine Verwendung bieten. Die Gesamtkosten inklusive des Ankaufs des bestehenden Gebäudes wurden auf rund 1,4 Millionen Euro geschätzt.

Investitionen für die künftige Wasserversorgung

Die Trockenperioden der letzten Jahre und die sich künftig verändernden klimatischen Verhältnisse haben die Gemeindeführung bewogen, einen Trinkwasserplan zu erstellen. „Dieser soll die Trinkwasserversorgung im gesamten Gemeindegebiet gewährleisten“, sagt Huber. Im Voranschlag für 2022 sind deshalb bereits 180.000 Euro für die Errichtung einer Trinkwasserleitung nach Loderleiten geplant. Im mittelfristigen Finanzplan sind für eine Weiterführung der Wasserleitung nach Aigenfließen weitere 400.000 Euro vorgesehen.

2022 steht Ernsthofen auch im Zeichen des Gemeindeentwicklungsprozesses G21. Die gesamte Gemeindeentwicklung, insbesondere die geplanten Wohnbauprojekte, werden mit diesem Prozess betreut. Dies bedeutet, die Vorhaben mit einem Bürgerbeteiligungsprozess begleiten zu lassen. Als nächster Schritt ist hier eine Veranstaltung geplant, die zum Thema hat, welche Kriterien die künftigen Wohnbauten in Bezug auf Nachhaltigkeit und Ortsbildcharakter erfüllen müssen. „Die Arbeitsgruppe Ortsgestaltung des Lebens- und Wirtschaftsraumentwicklungsausschusses wird beauftragt, die notwendigen Voraussetzungen dafür zu schaffen“, erklärt der Bürgermeister.

Der zweite Schritt wird die Schaffung von Räumen und Freiräumen für die Jugend sein. Mit der Errichtung der Jugendräumlichkeiten im ersten Stock der Tagesbetreuungseinrichtung für ältere Personen ist dieser Schritt bereits eingeleitet. In der Gemeinderatssitzung im Dezember erfolgte aber auch die Beschlussfassung über eine begleitende Jugendberatung durch das Landesjugendreferat im Rahmen des G21-Prozesses.

Beschlossen wurde in dieser Sitzung auch, den Heizkostenzuschuss auf 200 Euro zu erhöhen. Dies bedeutet, dass jene Personen, die vom Land NÖ einen Heizkostenzuschuss in Höhe von 150 Euro gewährt bekommen, zusätzlich noch den Differenzbetrag von 50 Euro erhalten. „Jene Bürger, die die Bemessungsgrundlage des Landes um nicht mehr als 15 Prozent überschreiten und somit vom Land NÖ keinen Zuschuss erhalten, bekommen diesen in Höhe von 200 Euro von der Gemeinde gewährt“, informiert Bürgermeister Karl Huber.