Kickbox-Weltmeister Robert Roseneder als mentale Stütze. Der Weltmeister im Kickboxen Robert Roseneder war als Mentaltrainer beim härteste Radrennen: Race Across America.

Von Raimund Bauer. Erstellt am 09. Juli 2019 (02:14)
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Geschafft. Nach elf Tagen und an die 5.000 Kilometer waren Robert Roseneder (l.) und Martin Brandl (r.) im Ziel erleichtert.

Schon einmal bis zu 5.000 Kilometer durchgehend auf dem Rad gesessen? Wenn nicht, dann ist dies möglich beim härtesten Rennen der Welt: dem Race Across America (RACA). Eine Grenzerfahrung, die der Steirer Markus Brandl nach sechs Jahren Vorbereitung selbst erfuhr. In seinem zwölfköpfigen Betreuerteam war der amtierende Kickbox-Weltmeister Robert Roseneder. „Das Race Across America hat mich in meiner Karriere geprägt. Es war ein Traum, das Rennen einmal selbst miterleben zu können“, freut sich Roseneder, der für seinen Arbeitskollegen als Mentaltrainer mit von der Partie war.

Warum Roseneder? Der 42-Jährige erlebte zuletzt selbst, wie durch mentale Stärke der sportliche Erfolg herausspringt. Bei seinem Comeback im Ring nach acht Jahren gewann er den Weltmeistertitel. „Der Kampf war ein Privileg. In der Vorbereitung sowie im Ring gibt es Höhen und Tiefen, so wie eben beim Race Across America“, berichtet Roseneder.

Der Kampf mit dem Unterbewusstsein

Das Rennen vom Westen (Los Angeles) bis in den den Osten (New York City) der USA ist für die Athleten ein Kampf mit dem Unterbewusstsein. 48 Stunden durchgehend auf dem Rad und lediglich Schlafunterbrechungen von bis zu 45 Minuten bringen die Grundinstinkte zum Vorschein.

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Mentale Stärke. Bei seinem Comeback bei der Fight-Night gewann Robert Roseneder nach acht Jahren Abstinenz den WM-Titel. „Dabei war ich nach der zweiten Runde ziemlich aus der Puste. Der Sieg war nur durch mentale Stärke möglich“, sagt Roseneder.

„Es war spannend, was mit dem Geist passiert. Eine Wahnsinnserfahrung für mich“, sagt Roseneder. Markus Brandl erlebte in auf den ersten Kilometern ein fast perfektes Rennen. Doch danach folgten mehrere gefährliche Situationen, in denen das Unterfangen fast vor dem Abbruch stand. Zunächst platzte die Haut am Hintern und Brandl musste über die Hälfte des Rennens mit einem offenen Hintern in Angriff nehmen. „Das ist reine Folter. Da hilft nur mehr mentale Stärke“, berichtet Roseneder. Einmal brachte das Begleitteam Brandl fast nicht aus dem Schlaf. Doch als es geschafft war, saß der Radsportler wie in Trance auf dem Sportgerät. 300 Kilometer vor dem Ziel saß Brandl am Rand der Straße und wollte das Rennen frühzeitig beenden.

Erst nach Zusprache seines Vaters nahm er den Rest der Strecke nach New York auf sich. „Alle anderen haben es versucht und eigentlich dachten wir schon, es wäre vorbei“, sagt Roseneder. Am Ende war das Ziel erreicht. „Erst in einer Extremsituation lernt man sich selbst am besten kennen“, fügt Roseneder hinzu. Die Erfahrung will der Kampfsportler als Nächstes auch bei der Kickbox-Weltmeisterschaft in Shanghai mit einbringen. Im Fernen Osten wird er als Trainer von Julia Freinberger und Thomas Raffetsberger fungieren.