Wolfsbach/St. Johann: Jagden vorerst einmal abgesagt. Die Jagd erfüllt einen systemrelevanten Auftrag und wäre laut Corona-Verordnung auch weiterhin möglich.

Von Josef Penzendorfer. Erstellt am 14. November 2020 (04:25)
Für Jagdleiter Franz Bader geht es derzeit eher um Hege.
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Eines vorweg: Die neun Landesjagdgesetze verfolgen Ziele des Allgemeininteresses! Es geht darin nicht um den Schutz von Freizeitaktivitäten der Jäger, sondern vielmehr darum, die landwirtschaftlichen Kulturen durch eine Reduzierung der Wildstände jagdlich sinnvoll zu bewirtschaften, den Erhalt der Biodiversität zu sichern, Tierseuchen hintanzustellen und auch hochwertige Lebensmittel zu gewinnen.

Daher fällt die Ausübung der Jagd unter die Corona-Ausnahme der beruflichen Tätigkeiten. Ist die Bejagung von Schwarzwild sogar nach 20 Uhr erlaubt, so können auch weiterhin – so zuletzt durch die Jagdgenossenschaft Wolfsbach – zur Deckung des Fleischbedarfes auch Gesellschaftsjagden durchgeführt werden, weil die Jagd nicht als Veranstaltung zu sehen ist.

Freilich sind die Jäger auf kleinere Gruppen aufzuteilen und auch zu registrieren, selbstverständlich gilt es die ohnehin bekannten Corona-Maßnahmen wie das Einhalten der Sicherheitsabstände genau zu beachten.

Die Zusammenkünfte nach Abschluss der Jagd jedoch würden als privat gelten und sind daher verboten, die Verpflegung während der Jagd ist auch selbst mitzubringen.

Im Hegering Wolfsbach finden im November keine Herbstjagden in herkömmlicher Form statt. Darauf hat man sich mit den vier Revieren Bubendorf, Meilersdorf, St. Johann/E. und Wolfsbach geeinigt. Derzeit steht Manfred Krieger dem Hegering vor, der ein Jagdgebiet von 3.839 Hektar im Herbst zu bejagen hätte.

„In Zeiten von Corona will man – zumindest im November – auf Gesellschaftsjagden verzichten, wenngleich der eine oder andere Trieb auf Niederwild gesetzlich schon möglich wäre. Hasen und Fasane dürfen folglich bei Bedarf auch vom einzelnen Jäger erlegt werden“, erläutert der Bubendorfer Jagdleiter Franz Bader.

Der Umstand des Nicht-Bejagens ist einmalig unter Umständen verkraftbar, die Wildpopulation wird nämlich wohl vermehrt im Straßenverkehr oder auch durch Krankheiten dezimiert werden.

„Allein in Wolfsbach sind heuer bislang 40, in Meilersdorf 31 und in Bubendorf 18 Rehe umgekommen“, geben die Jagdverantwortlichen Wolfgang Stöger, Johann Berndl-Forstner und Franz Bader bekannt. Insgesamt also fast 90 Stück, wobei nicht alle Wildunfälle auch tatsächlich gemeldet werden.