Fitnessstudio-Betreiber: „Sport ist den Leuten schon sehr wichtig “

Fitnessstudios in der Region Haag leiden in unterschiedlichem Ausmaß unter den Corona-Bestimmungen. Drang zum Sport ist aber dennoch groß.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 03:38
Lesezeit: 3 Min
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Markus und Elbisa Zehethofer sehen in ihrem PowerMax-Gym in Strengberg derzeit keinen steigenden Bedarf nach Fitnessstudios in der kalten Jahreszeit. Zu groß ist die Ungewissheit, ob nicht weitere Lockdowns folgen.
Foto: privat

Nach einer langen Lockdown-Phase durften auch die Fitnessstudios kurz vor Weihnachten wieder aufsperren. Doch werden die Studios nach der langen Corona-Pause und aufgrund des schneearmen Winters nun wieder mehr genutzt oder hält sich der Ansturm der Sportbegierigen doch in Grenzen?

„Wir sehen, dass der Bedarf auf jeden Fall da ist und der Sport den Leuten schon sehr wichtig ist. Daher durften wir in letzter Zeit in unserem Fitnessstudio auch einige Neukunden begrüßen“, berichtet Christian Zierhut, der Betreiber des Energy Fitness in Ennsdorf. Hier trainieren sportwillige Menschen in jedem Alter. Im Gespräch mit den Kunden habe man aber schon oft das Gefühl, dass diese vorsichtiger sind als zuvor. „Die größte Sorge der Leute ist dennoch weniger die Ansteckungsgefahr, sondern eher die Ungewissheit, ob in nächster Zeit wieder ein Lockdown kommen wird. Im Fitnessstudio wird Hygiene ganz großgeschrieben und wir halten uns natürlich an alle Regelungen“, betont Christian Zierhut.

Vor allem im langen Lockdown im ersten Corona-Jahr habe man aber auch einige Mitglieder verloren, gibt Zierhut zu. „Das ist natürlich finanziell als auch emotional nicht so leicht. Ich glaube, vielen Leuten geht einfach die Routine und der eigene Antrieb verloren. Trotzdem sehen wir, dass vielen Menschen das Fitnessstudio sehr wichtig ist.“

Bis zu 15 Prozent Rückgang bei den Mitgliederzahlen

Nicht ganz so positiv fällt die Corona-Bilanz im Energy Fitness in der Nachbargemeinde in St. Valentin (Kriemhildstraße) aus. „Die Frequenz ist schon weniger geworden und auch der Mitgliedsstamm ist gesunken. Wir haben messbar einen Rückgang an Mitgliedern von circa 15 Prozent. Dabei fallen auch einige nicht geimpfte und nicht genesene Personen weg. Die 2G-Regel wird bei uns natürlich eingehalten und auch von allen Mitgliedern mitgetragen“, erklärt Geschäftsführer Manuel Sefler. Die Menschen, die ins Studio kommen, nutzen es aber schon sehr regelmäßig. „Generell bemerke ich, dass das Gesundheitsbewusstsein gestiegen ist und die Bereitschaft, für den eigenen Körper etwas zu machen, größer geworden ist“, sagt Sefler.

Outdoor-Bereich auch im Lockdown nutzbar

Von stark gesunkenen Mitgliederzahlen kann man im Energy Fitness in Haag nicht berichten. „Ich kann nur für mein Studio sprechen, da ich weiß, dass es in vielen Fitnessstudios anders aussieht. Aber bei uns wird das Studio eigentlich gleichbleibend gut genutzt. Die Zahlen sind sehr ähnlich wie vor dem ersten Lockdown. Wir haben vielleicht drei bis vier Prozent der Mitglieder verloren, das ist zum Glück nicht sehr viel“, erklärt Roland Kammerhofer. „Man sieht, dass die Leute den Drang dazu haben, Sport zu betreiben und ins Fitnessstudio zu kommen – bestehende wie neue Mitglieder gleichermaßen“, ergänzt er. Der Großteil der neuen Mitglieder, die letztes Jahr im Fitnessstudio angefangen haben, sind junge Menschen.

Nicht glücklich über die Corona-Situation ist Markus Zehethofer vom PowerMax-Gym in Strengberg: „Es ist schon eine kleine Katastrophe für uns. Zurzeit trauen sich keine neuen Mitglieder im Studio anzufangen, da die Situation so ungewiss ist“, beklagt er. Einige Mitglieder haben auch aufgehört. Darunter sind auch einige ungeimpfte Personen, die aufgrund der 2G-Regel ja nicht mehr kommen dürfen. „Normalerweise steigt der Bedarf um diese Jahreszeit. Allerdings ist das heuer aufgrund der Ungewissheit über weitere Lockdowns nicht so. Wir haben aber zum Glück einen Outdoor-Bereich, wo auch im Lockdown draußen trainiert werden kann. Im Winter nutzen diesen aber nur die nicht so kälteempfindlichen Mitglieder“, weiß Zehethofer.