KOORB in Seitenstetten: Einkauf beim Produzenten. Nicht gewinnorientierte Seitenstettner Lebensmittelkooperative „KOORB“ fördert ökologische Landwirtschaft.

Von Josef Penzendorfer. Erstellt am 31. März 2021 (04:08)
Christoph Kerschner mit Sohn Konstantin, Irmgard und Ferdinand Kerschner, Initiator Siegfried Kerschner, Gertraud Ritt, Herta Fahrn-gruber, Anja Bürbaumer-Ritt, Elisabeth Hinterbuchinger und Eduard Fahrngruber, davor Renate Halbartschlager vor den Lagerräumen des KOORB in der Waidhofnerstraße.
Penz/Archiv, Penz/Archiv

Er ist Software-Entwickler und hat zeitgleich mit der Einkaufsgemeinschaft „KOORB“ im Februar 2019 auch seine eigene Firma „kerschsoft“ gegründet, die weniger für heimischen „Kirschensaft“, sondern vielmehr für seinen mit Web- und Android-Entwicklung betrauten „Softwareladen“ steht: Siegfried Kerschner bringt aber sein diesbezügliches Wissen auch in diese Gemeinschaft von Gleichgesinnten ein.

Deren Ziel ist es nämlich, biologische Lebensmittel aus dem näheren Umfeld zu beziehen, die regionale Landwirtschaft zu stärken und die Preise für gesunde Nahrungsmittel trotzdem fair zu halten. „Der KOORB ist selbstverwaltet, basisdemokratisch und nicht gewinnorientiert, die Lebensmittel werden direkt von den Produzenten bezogen, der Zwischenhandel fällt weg, sodass die Erzeuger wie auch die Konsumenten einen monitären Vorteil haben“, stellt Gründer Siegfried Kerschner fest, dessen Bruder Johannes sich übrigens in der Stadt Linz an Ähnlichem beteiligt.

KOORB – der Begriff bedeutet „KOOperative Regional Bio“ – hat etwa 60 Mitglieder, die alle Entscheidungen gemeinsam treffen und sich auch aktiv in die Kooperative einbringen, wenn es gilt, die Organisation sicherzustellen oder auch die beiden Räume in der Waidhofnerstraße 1 sauber zu halten.

Die Lebensmittel von Brot über Obst, Milchprodukte, Getränke, Fleisch, Nudeln, Gewürze und anderes mehr bringen derzeit 26 Biobauern der Umgebung als Zulieferer großteils selbst in das Lager, das übersichtlich geordnet ist. Dort können sich die Besteller am Freitagnachmittag ab 16 Uhr ihre Produkte abholen.

„Alles ist auf einer großen Portion von gegenseitigem Vertrauen zu den Mitgliedern und Produzenten aufgebaut, wir wollen ja auch wissen, woher die Lebensmittel kommen, wie die Tiere gehalten werden und welche Dünger verwendet worden sind“, betont Mitbegründerin Irmgard Kerschner.

KOORB unterstützt die Biobetriebe aus Seitenstetten und Umgebung, aber auch jene Bauern, die erst noch auf ökologische Landwirtschaft umstellen wollen. „Alle zwei Monate halten wir Sitzungen ab, jeder kann sein Anliegen vorbringen. Uns ist einfach wichtig, regionale, gesunde und wertvolle Lebensmittel zu einem fairen Preis einzukaufen. Wir sind kein Supermarkt, die Mitglieder wissen, dass ihr Geld zu beinahe 100 % bei den Höfen ankommt“, hebt Siegfried Kerschner den Benefit hervor.