100 Apfelsorten und viel mehr bei Familie Tempelmayr in Wolfsbach

Familie Tempelmayr bietet auf ihrem Bauernhof in Adersdorf Gutes und Gesundes direkt aus der Streuobstwiese an und legt Wert auf alte Obstsorten.

Erstellt am 15. Januar 2022 | 15:51
Lesezeit: 2 Min
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Das ehemalige Stallgebäude ist für Rosemarie und Sepp Tempelmayr zum attraktiven Verkaufsraum geworden.
Foto: Penz

Von Adamsparmäne über den Geflammten Kardinal oder den Wolfsbacher Mostapfel bis hin zur Zitzenrenette: Mehr als 100 Apfelsorten reifen im drei Hektar großen Streuobstwiesenbestand von Rosemarie und Sepp Tempelmayr rund um das Bauerngut „Plank“ in Adersdorf und der Baumbestand ist teils über 100 Jahre alt. Ergänzt wird dieses Sortiment durch 300 Meter lange Hecken mit vielen Wildobstarten, die sich harmonisch in die Natur einfügen und auch vielen Tierarten willkommenen Lebensraum geben.

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Mit einem Obstbaumschnittkurs vor etwa 25 Jahren hat alles begonnen, später folgte ein einjähriger Zertifikatslehrgang für Baumwärter und Obstbaumpfleger mit abschließender Projektarbeit über „Die Betreuung (m)einer Streuobstwiese“. Und nunmehr sind es insgesamt etwa 450 Bäume, die er sein Eigen nennt. Allein im Jahr 1997 hat der innovative Obstfachmann 115 Neupflanzungen vorgenommen, die umweltschonend und naturnah ohne Verwendung von Spritzmitteln bewirtschaftet werden.

Obstsortenausstellung und Sortenerhaltungsgarten

Von September bis Jänner besteht auch die Möglichkeit, seine reichhaltige Obstsortenausstellung zu besuchen und die Vielfalt an Obstprodukten vor Ort zu verkosten. Zudem existiert ein Sortenerhaltungsgarten. Die besonders reiche Artenvielfalt an Wiesenblumen mangels Düngung kommt wiederum den Bienen seines (Imker-)Vaters zugute, die als Gratis-Bestäuber von großem Nutzen sind. Schädlinge oder Pilzerkrankungen versucht Tempelmayr durch gezielte Schnittmaßnahmen in Schranken zu halten.

Von verschiedenen Säften bis hin zum Dörrobst

„Von Anfang September bis Ende November dauert die Verarbeitungssaison, wobei meine ‚Saisonarbeiter‘ aus dem Familien- und Freundeskreis rekrutiert werden“, weiß der Vater von vier Kindern zu erzählen, wodurch dann auch zum jeweils optimalen Zeitpunkt in kleinen Chargen geerntet werden kann. Der Obstbauer ergänzt: „Das Obst ist durch die natürliche Lagerung in selbst hergestellten Holzkistchen teilweise bis ins Frühjahr gut genießbar!“

Zudem werden sortenreine Apfelsäfte, aber auch solche mit gemischten Apfelsorten hergestellt: „Gerade durch Mischungen ergibt sich oft die beste Geschmacksnote, auf die Fruchtqualität legen wir ja besonderen Wert. So manche Frucht eignet sich dann eben auch nur für Dörrobst, aber alles wird bestmöglich verarbeitet.“ Auch Apfelmischsäfte werden in Pfandflaschen abgefüllt, wobei dann zur Geschmacksnuancierung in geringeren Mengen auch Dirndl, Schlehen, Quitten oder andere Beeren beigemischt werden. Die Säfte werden am eigenen Hof frisch gepresst und ausschließlich durch Erhitzen ohne jeglichen Zusatz haltbar gemacht.

Zum Kennenlernen der mehrheitlich nicht handelsüblichen Apfelsorten gibt es übrigens auch ein „Sortenkisterl“ mit 10 bis 15 verschiedenen Früchten je nach Saison, auch Geschenkkörbe – derzeit mit Apfelpunsch – werden angeboten. Das ganze Jahr über kann also regionales, gesundes und vitaminreiches Obst in unterschiedlicher Form genossen werden.

Sepp Tempelmayr züchtet aus Sämlingen auch eigene Unterlagen, jede Sorte kann folglich auch weiter veredelt werden. „Wir freuen uns bei Spaziergängen immer über die wunderbare Schöpfung im Lebensraum unserer Streuobstwiesen“, zeigen sich Rosemarie und Sepp Tempelmayr glücklich und zufrieden über ihr „Lebenswerk“. Gerne geben sie ihr Wissen auch an Interessierte oder Schulklassen weiter. Erreichbar sind sie telefonisch unter 0664/2129622.