Erstellt am 02. Dezember 2014, 09:45

von Hermann Knapp

Sternengreifer an verdiente Personen verliehen. Am Montag fand die diesjährige Verleihung der Sternengreifer durch den Regionalverband an verdiente Personen aus den Bezirken Amstetten, Waidhofen, Melk und Scheibbs statt.

 |  NOEN, Walter Fahrnberger
„Sternengreifer sind Menschen die talentiert sind, die Feuer haben und dieses Feuer an andere weitergeben, damit für die Region etwas weitergeht“, sagte Landesrätin Petra Bohuslav zu Beginn der diesjährigen Verleihung der Sternengreifer durch den Regionalverband an verdiente Personen aus den Bezirken Amstetten, Waidhofen, Melk und Scheibbs.

Preis für Intendant der Blindenmarkter Festspiele

Jährlich kürt eine Jury aus Lokaljournalisten Personen, die besondere Leistungen für das Mostviertel erbracht haben - heuer in den Kategorien Daseinsvorsorge, Umweltsystem und erneuerbare Energie und Wertschöpfung.

Michael Garschall, Intendant der Blindenmarkter Festspiele durfte den Sternengreifer in der Kategorie Daseinsvorsorge in Empfang nehmen. Vor 25 Jahren hat er das Operettenfestival aus der Taufe gehoben und schreibt seit damals eine beispiellose Erfolgsgeschichte.

Allein heuer, mussten beim „Weißen Rössl“ sieben Zusatzvorstellungen gegeben werden, für 2015 sind bereits 7.000 Karten vorbestellt. Publikumsauslastungen von 100 Prozent sind in Blindenmarkt längst die Regel und die Herbsttage sind auch zu einem wichtigen Wirtschafts- und Tourismusfaktor für die Gemeinde geworden.

„Bei kaum einem anderen Theaterfestival sind so viele freiwillige Helfer im Einsatz. Der Erfolg der Herbsttage liegt an ihrer speziellen Atmosphäre. Der Funke springt von der Bühne jedes Mal auf das Publikum über. Und unsere Gäste kommen aus allen Schichten und allen Altersklassen. Unser Ziel war und ist es, mit Menschen aus der Region für Menschen in der Region zu machen. Das ist gelungen“, sagte Garschall und widmete den Sternengreifer seiner ganzen Crew.

Ehrung für Wissenschaftlerteam von WasserCluster

Im Bereich Umweltsysteme und erneuerbare Energie nahm Martin Kainz vom WasserCluster in Lunz am See den Preis stellvertretend für das ganze internationale Wissenschaftlerteam entgegen, das dort unter anderem an der Entwicklung eines regionsspezifischem Fischfuttersarbeitet – wie etwa Maiskürbiskuchen oder Rapsöl. Die Forscher haben festgestellt, dass ein teilweiser Ersatz von Fischmehl und Fischöl möglich wäre, ohne die für den Menschen so wertvollen Omega3 Fettsäuren im Fischfleisch zu schmälern.

„Wir sind sehr dankbar, dass wir die Mittel und den Raum zur Forschung zur Verfügung gestellt bekommen. Wir sind international aufgestellt, denn bei uns sind auch Leute aus Australien, USA und Kanada. In diese Länder exportieren wir auch wissenschaftliche Erkenntnisse“, sagte Kainz.

Johannes und Christiane Scheiblauer durften schließlich den Sternengreifer in der Kategorie Wertschöpfung entgegennehmen. Sie haben das ehemalige Gasthaus Kothmühle in der Gemeinde Neuhofen an der Ybbs zum modernen Relax Resort mit 91 Zimmern, zehn Seminarräumen und 800 Quadratmetern Wohlfühloase ausgebaut.

2011 pachteten die beiden auch noch das Schloss an der Eisenstraße in Waidhofen an der Ybbs und brachten es auf Erfolgskurs. 2014 haben sie es schließlich erworben. „Für uns ist wichtig, dass die Gäste die zu uns kommen, bei ihrer Abreise ein Stück Mostviertel in ihrem Herzen mit sich nehmen“, sagt Johannes Scheiblauer.

Sternengreifer für Lebenswerk an Altabt Heigl

Den Sternengreifer für sein Lebenswerk durfte der Seitenstettner Altabt Berhold Heigl entgegennehmen. Er lenkte von 1984 bis 2013 die Geschicke des Stiftes und folgte dabei immer seinem Wahlspruch „Mehr dienen, als herrschen!“ Unter Heigl hat sich das Stift gegenüber der Region geöffnet und wertvolle touristische Impulse gesetzt. Außerdem wurden wichtige Restaurationsarbeiten durchgeführt und der Klostergasten wieder reaktiviert.

Das Stift Seitenstetten betreut 14 Pfarren in der Region. Heigl, der sich nach einer Herztransplantation  gut erholt und wieder verschiedene Aufgaben übernommen hat, bedankte sich für die Auszeichnung, widmete sie aber dem ganzen Seitenstettner Konvent. „Denn ohne Unterstützung meiner Mitbrüder, wäre das alles nicht möglich gewesen.“