Zivildiener werden rar in Haag und St. Valentin. Auch Dienststellen in St. Valentin und Haag merken Rückgang an Bewerbungen.

Von Marlene Ortner. Erstellt am 25. Januar 2021 (05:26)
Mathias Zarl (links) und Felix Fürst (rechts) absolvieren derzeit ihren Zivildienst beim Roten Kreuz Haag.
Gölzner

Das Rote Kreuz Niederösterreich sucht aktuell noch dringend Zivildiener für den Dienstbeginn im April 2021. Von 308 Plätzen sind noch 189 frei. Ein Problem, das man in den Dienststellen in Haag und St. Valentin in dieser Ausprägung nicht kennt.

„Unsere Dienststelle in St. Valentin hat zum Glück immer einen relativ hohen Andrang“, erklärt Organisationsleiter Michael Praska. Pro Einrückungstermin (Jänner, April, Juli und Oktober) werden in St. Valentin immer drei Zivildiener aufgenommen. Für die drei neuen Zivildienststellen im April stehen bereits drei junge Burschen bereit.

Geburtenschwache Jahrgänge spürbar

„Auch wenn wir unser Kontingent die letzten Jahre immer ausschöpfen konnten, merkt man doch einen Rückgang an Bewerbungen“, betont Praska. Diese Tatsache lasse sich auf die geburtenschwachen Jahrgänge zurückführen. Zudem seien die Einrückungstermine im Juli und Oktober für viele Schulabgänger interessanter.

Die beste Werbung für den Zivildienst sind laut Praska „unsere alten Zivildiener“, denn viele Burschen würden ihrem Umfeld von den Tätigkeiten im Zivildienst berichten und können so Brüder oder Freunde zum Zivildienst beim Roten Kreuz bewegen.

Beim Roten Kreuz in Haag wird aktuell noch ein Zivildiener für den Dienstbeginn im April gesucht. Sabine Schinnerl von der Dienststelle in Haag meint dazu: „Momentan suchen wir noch einen Bewerber, die anderen beiden Stellen für April sind bereits besetzt.“

Auch sie führt die abnehmenden Bewerbungen wie Michael Praska auf die geburtenschwachen Jahrgänge und die Bevorzugung der Termine im Juli und Oktober zurück.

Jedoch wurde es in den vergangenen Jahren immer geschafft, alle Stellen zu besetzen. „Vor allem gute Werbung ist wichtig!“, meint die Haager Organisationsleiterin. Viele ehemalige Zivildiener bleiben auch nach den abgeleisteten neun Monaten noch freiwillig beim Roten Kreuz und unterstützen so das ehrenamtliche System.

Felix sammelt Erfahrungen vor dem Medizinstudium

Einer, der derzeit seinen Zivildienst beim Roten Kreuz Haag absolviert, ist Felix Fürst.

„Es freut mich, wenn sich Patienten in guten Händen fühlen, wenn ich als Rettungssanitäter bei ihnen eintreffe. Ebenso macht mir das Fahren mit dem Rettungswagen viel Spaß“, antwortet er auf die Frage, was ihm an seinem Zivildienst besonders gefällt.

Bei seiner Ausbildung zum Rettungssanitäter lernt Felix Fürst sowohl die Theorie als auch die Praxis des Rettungswesens. Ebenso kann die Ausbildung zum Einsatzfahrer gemacht werden.

Später möchte der 20-Jährige dann ein Medizinstudium beginnen. „Das war für mich ein Grund, den Zivildienst beim Roten Kreuz Haag zu machen, um bereits Erfahrungen im Gesundheitsbereich zu sammeln“, erklärt der Zivildiener.

Er ist auch überzeugt, dass er für sein späteres Leben viele Grundfertigkeiten in der Sanitätshilfe sowie im Rettungs- und Katastrophendienst mitnehmen wird. „Ich sehe es auch als ein Sprungbrett für das Medizinstudium. Mein Wunsch ist es, später auch die Ausbildung zum Notfallsanitäter zu machen.“

Auch nach Ende seines Zivildienstes möchte Felix Fürst ehrenamtlich beim Roten Kreuz in Haag bleiben und empfiehlt jedem: „Alle, die interessiert sind und einen Tätigkeitsbereich mit viel Abwechslung erleben wollen, sind hier richtig.“