Die Wolfsbacher Vereine halten eine Generalpause. Wolfsbacher Vereine sehnen einen Neustart noch im Frühling herbei, denn ohne Kultur kommt der Mensch aus der Spur.

Von Josef Penzendorfer. Erstellt am 28. Februar 2021 (05:40)

Es ist sehr ruhig geworden im Ort, sind es doch gerade die Vereine mit Bezug zur Kultur, die dem Dorfleben Farbe verleihen und jenen Rahmen geben, der Gefühle der gemeinschaftlichen Freude aufkommen lässt. Derzeit aber verharren alle schon überlang in einer Warteschleife, deren Ende unabsehbar erscheint.

So der Männergesangsverein Wolfsbach, dem seit Juni 2020 Johann Schörghuber als Obmann vorsteht, der voller Tatendrang ans Werk gehen wollte. In den Ferien fand dann noch ein internes Sommerfest statt, am 13. Oktober wurde die letzte Probe im Gemeindesaal mit viel Abstand abgehalten, das Weihnachtssingen aber musste entfallen, am 25. Dezember sorgten Quartettbesetzungen für die musikalische Gottesdienstgestaltung.

Auch der jeweils im Frühsommer durchgeführte Veranstaltungsfixpunkt wie Frühschoppen, Singroas oder Konzert fiel der Pandemie zum Opfer. „Nach Impfung der vulnerablen Sangesbrüder hoffe ich, dass alle wieder bereit sind, zu kommen – zum Singen und zur Gemeinschaftspflege!“, zeigt sich der engagierte Obmann zuversichtlich.

Weder Theater noch Frühlingskonzert

Die heimische Theatergruppe hätte mit Faschingsende ihre Auftritte gerade erst einmal beendet, doch auch sie kann die für heuer geplante Komödie „Meine Frau bin ich“ erst im kommenden Jahr auf die Bühne und ihre Besucher zum Lachen bringen. „Die elf Rollen sind bereits verteilt, im September beginnen die Sprechproben“, berichtet ‚Regisseur‘ Werner Greimel.

Der Schlussakkord der in voller Besetzung auftretenden Trachtenmusikkapelle wiederum erklang im September 2020 anlässlich einer Hochzeit, bis in den Oktober hinein gab es noch einzelne Registerproben, dann ging auch im Musikheim endgültig das Licht aus.

Nichtsdestotrotz schmiedet Kapellmeisterin Daniela Schirghuber bereits wieder Pläne: „Wir wollen unsere zwei Frühlingskonzerte am Pfingstwochenende nachholen, müssten aber hierfür schon Anfang April mit Registerproben und Mitte April mit dem gesamten Klangkörper zu proben beginnen dürfen. Das Konzertprogramm ist weitgehend bereits fixiert.“

Hochfest Ostern heuer ohne Kirchenchor

Das Musikfest nach Ostern musste ohnehin längst abgesagt werden. Neben der ‚Nacht der Blasmusik‘ ist Anfang Juni auch eine Veranstaltung unter dem Titel ‚Musikschule trifft Musikverein‘ – beides im Freien – geplant, eventuell ist auch an ein Sommer-Open-Air gedacht.

Auch der Wolfsbacher Kirchenchor hatte seinen letzten Auftritt ziemlich genau vor einem Jahr beim Anbetungstag der Pfarre, seither gab es – wenn überhaupt – bei Begräbnissen oder Kirchenfesten nur Gesang in kleinen Ensembles oder im Quartett.

„Zu Ostern werden wohl wie zu Weihnachten wieder nur Gesangssolisten – begleitet von einigen wenigen Instrumentalisten – das Hochamt mitgestalten können“, zeigt sich Chorleiter Josef Sturm skeptisch. Er denkt eher an die Herbstsaison und betont auch den gesellschaftlichen Aspekt für ein gelingendes Vereinsleben, das aber erst durch eine geöffnete Gastronomie wieder zum Leben erweckt werden kann. Zudem hofft Josef Sturm auch, dass sich niemand aus Anlass der Pandemie aus der Chorgemeinschaft zurückzieht.

Ein bescheidenes „Ersatzprogramm“ für das mangelnde Kulturangebot versucht der Wolfsbacher Kultur- und Freizeitverein nun mit dem Fotowettbewerb „Einfach schön“ anzubieten.