Schicksalshafte Begegnung. Ja“ zum Leben / Der St. Valentiner Horst Joachimbauer lernte vor fünf Jahren Johann Schörkhuber in Nepal kennen. Beide verarbeiteten Schicksalsschläge. Davon berichten sie nun.

Von Daniela Führer. Erstellt am 02. Juni 2014 (11:07)
NOEN, privat
In Nepal lernten sich Johann Schörkhuber (l.) und Horst Joachimbauer (r.) vor fünf Jahren kennen.

„Nach den ärztlichen Prognosen hätte alles ganz anders kommen sollen“, erinnert sich der 46-jährige St. Valentiner Horst Joachimbauer. Nach diesen Prognosen wäre er nämlich heute gar nicht mehr am Leben, denn er erkrankte vor fast 20 Jahren an Krebs.

Sieben Jahre Kampf gegen die Krankheit

1996 begab er sich erstmals in Behandlung. Sieben Jahre lang dauerte sein Kampf, inklusive Stammzellen-Knochentransplantation. Doch er hat es geschafft. Seit 2003 ist er frei von dieser heimtückischen Krankheit. Und seitdem hat er sein ganzes Leben umgekrempelt.

„Ich bin viel gereist, mit Vorliebe in die hohen Berge, auf die 5.000er, nach Nepal oder Patagonien“, erzählt der St. Valentiner, der nun bei der Eisenbahn für die Wiedereingliederung von Menschen in den Betrieb sowie auch für die Notfallintervention – die Betreuung von traumatisierten Lokführern – zuständig ist. Bei einer seiner Reisen in Nepal traf er vor fünf Jahren auf Johann Schörkhuber aus Gaspoltshofen (OÖ). Mit ihm verbrachte er drei Wochen in den Bergen.

„Dabei lernt man einen Menschen tiefer und anders kennen“, erinnert sich Horst Joachimbauer. „Wir haben viele Gemeinsamkeiten festgestellt und blieben seitdem in Kontakt.“ Gemeinsam haben die beiden vor allem furchtbare Schicksalsschläge in ihrer Vergangenheit. Horst Joachimbauers Krebserkrankung und Johann Schörkhubers früher Verlust seiner 18-jährigen Tochter schweißten die beiden zusammen.

Lebenstraum: „Vor Leuten von meinen Erlebnissen reden“

Im Vorjahr trafen sie sich auch wieder – Johann Schörkhuber marschierte quer durch Österreich und besuchte seinen Freund in St. Valentin: „Wir haben wie immer über alles mögliche philosophiert, und ich habe dann zu Johann gesagt, es wäre mein Lebenstraum, vor Leuten von meinen Erlebnissen zu reden“, erinnert sich Horst Joachimbauer. „Vielleicht kann ich den Menschen helfen, wenn sie sehen, es kann auch gut ausgehen? Man hört ja sonst immer nur von negativen Geschichten.“

Gesagt, getan. Der erste Dia-Vortrag der beiden in Gaspoltshofen wurde ein Riesenerfolg. „163 Besucher kamen und wir konnten einen Erlös von 1.055 Euro an die OÖ Kinderkrebshilfe spenden“, erzählt Joachimbauer.

Jetzt sind die beiden auch in St. Valentin zu Gast. In einem sehr persönlichen Vortrag schildern sie am Mittwoch, 11. Juni, um 20 Uhr im Volksheim von ihren Schritten durch Höhen und Tiefen, untermalt mit Bildern aus ihren Reisen. „Da es viele Menschen gibt, die sich in ähnlichen oder sehr schwierigen Situationen befinden, ist es uns ein Anliegen, diese Menschen mit unserem zum Glück positiv gemeisterten Schicksal zu motivieren“, erklärt Horst Joachimbauer.

Das katholische Bildungswerk unterstützt die Veranstaltung mit Ausschank von Getränken und Brötchen. Ebenso gibt es einen griechischen Stand. Die Einnahmen werden dem Hilfswerk St. Valentin gespendet.