Lesung als Spiel mit Sein und Schein. Ein Autorensextett verband in einer musikalisch umrahmten Lesung im Schloss St. Peter in seinen Geschichten die Märchenwelt mit der Realität und begeisterte Publikum.

Von Leopold Kogler. Erstellt am 17. September 2018 (13:39)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Bei der Märchenlesung (von links): Elfie Grömer, Juta Tanzer, Monika Krautgartner, Hermann Knapp, Ingrid Romberger, Herbert Pauli, Gaby Grausgruber, Bürgermeister Johannes Heuras und (vorne) Bärbl Gläser und Ingrid Schönberger.
Heribert Hudler

Die Welt ist voller Märchen. Das machen sich Gabriele Grausgruber, Elfriede Grömer, Hermann Knapp, Monika Krautgartner, Ingrid Romberger und Juta Tanzer in ihrem Buch gleich mehrfach zunutze: „Märchen über Pärchen. Schandtaten und Hexereien“ – das klingt nach Fantasie und Seelenhygiene, das klingt aber auch nach einer Auseinandersetzung mit Mythen und Zauberei.

Am Mittwochabend trugen die Autorinnen und der Autor im Renaissanceschloss ihre Gedanken in einer reizvoll inszenierten Lesung mit Musik vor. Die fabelhaften Beiträge, die nicht nur von Hexen und Zauberern, Prinzessinnen und Königinnen, Gespenstern und Fabelwesen handeln, sondern in einem akrobatischen Spagat Fantasie und Realität verbinden, begeisterten die große Schar an Zuhörerinnen und Zuhörern. Die einzelnen Beiträge waren mit Bedacht gewählt und kein Detail – die Autoren etwa agierten in ideenreicher Verkleidung – war dem Zufall überlassen.

Die Lesung, die die Herbstsaison „Literatur im Schloss“ einläutete, wurde zu einer Sternstunde der Erzählkunst. Die verschieden Geschichten fügten sich zu einer Märchenstunde, deren Akteure von einer mächtigen Ideenwelt dirigiert wurden. Es war ein Spiel mit Schein und Sein, mit viel Spannung vorgetragen. Ein amüsanter Abend der auch einigen Stoff zum Nachdenken gab.