Fertige Pläne und offene Wünsche im Mostviertel. Der Bund will in den nächsten zehn Jahren viel Geld in die Schulen investieren – auch im Mostviertel.

Von Karin Katona, Andreas Kössl, Ingrid Vogl, Hermann Knapp, Markus Glück und Denise Schweiger. Erstellt am 28. Mai 2020 (03:23)
Christian Eplinger/Karin Katona

2,4 Milliarden Euro investiert die Bundesregierung in den nächsten Jahren in Österreichs Schulen. Insgesamt rund 270 Bauprojekte an Bundesschulen – Erweiterungen, Neubauten oder Sanierungen – soll es laut dem jüngst veröffentlichten Schulentwicklungsprogramm 2020 österreichweit geben. Dieses basiert dabei auf bildungspolitischen Intentionen, ökologischen Überlegungen, räumlich-demographischen Entwicklungen und verfolgt eine übergeordnete Zielvorstellung: Es soll ein regional möglichst gleichwertiges Schulangebot gewährleistet bleiben. Dabei gibt es aber auch ein Bekenntnis zum ländlichen Raum: Die Strukturen der schulischen Ausbildung müssen in den dünn besiedelten, ländlichen Räumen auch bei wenig Auslastung erhalten bleiben.

Auch acht Mostviertler Schulen beziehungsweise Schulstandorte sind in dem Schulentwicklungsprogramm 2020 vorgesehen. Die geplanten Maßnahmen im Detail:

BORG Scheibbs : Einen bereits einreichfertigen Plan für eine Schulerweiterung, der vor fünf Jahren im Zuge eines Architekturwettbewerbs angefertigt wurde, hat BORG-Direktor Andreas Schmid. Im Projekt enthalten sind ein dringend benötigter zweiter Turnsaal, zusätzliche Klassenräume und Platz für ein künstlerisches Atelier. „Wir haben diesen Plan als Basis eingereicht und freuen uns, dass wir ins Programm aufgenommen worden sind. Er ist bereits bis ins Detail ausgearbeitet und man könnte sich Projektplanungskosten sparen.“ Etwa zehn Millionen Euro wurden für das gesamte Projekt veranschlagt.

NOEN

BG/BRG Wieselburg : Massiver Platzmangel herrscht im BG/ BRG Wieselburg. Die Wünsche von Direktorin Sigrid Fritsch sind daher leicht nachvollziehbar: „Uns fehlen etwa zehn Räume: Klassen- und Informatikräume sowie mehr Platz für die Nachmittagsbetreuung.“ Ebenfalls ganz oben auf der Wunschliste: „Ein dritter Turnsaal.“

Sporthalle Waidhofen/Ybbs : In Waidhofen an der Ybbs stehen heuer die Generalsanierung und der Umbau der städtischen Sporthalle an. Die 1978 eröffnete Sportstätte soll nach den Plänen der Firma TDC ZT-GmbH aus Fürstenfeld von 7,5 auf neun Meter erhöht und somit wettkampftauglich für Volleyball-Turniere gemacht werden. Großer Wert wird zudem auf ökologische Gesichtspunkte gelegt. So sollen das Dach bepflanzt und die Halle mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden. Derzeit ist die Ausschreibung für das Projekt am Laufen, bereits im Sommer sollen die Arbeiten starten. In Summe schlägt die Sanierung mit 8,1 Millionen Euro zu Buche. Da die Sporthalle zu einem Gutteil von den Waidhofner Bundesschulen genutzt wird, übernimmt der Bund 67,8 Prozent der Kosten, 36,2 Prozent verbleiben bei der Stadt Waidhofen.

Sporthalle Haag: Die Sporthalle, die auch von den Schülern der HLW genutzt wird, ist über 30 Jahre alt. „Da kommt in den nächsten Jahren sicher Sanierungsbedarf auf uns zu. Ein konkretes Projekt oder einen konkreten Zeitplan gibt es aber noch nicht. Wenn es Geld vom Bund gibt, dann freuen wir uns natürlich“, erklärt Bürgermeister Lukas Michlmayr.

BG Amstetten. Direktor Josef Spreitz hat noch keine genauen Informationen, welche Arbeiten in seiner Schule geplant sind. Er hofft , dass es sich um die Turnsaalsanierung handelt.

Gymnasium Seitenstetten. Direktor Markus Berger und das Stiftsgymnasium Seitenstetten mitsamt dem Schulerhalter Abt Petrus Pilsinger wissen eigentlich vorerst nur aus den Medien über den Schulentwicklungsplan 2020 Bescheid. Energieeffizienz ist mit der Fernwärme ohnehin schon weitgehend gegeben. Das Stiftsgymnasium ist aber auch eEducation-Expert-Schule; vorteilhaft wäre daher, die IT-Infrastruktur weiter auszubauen. Konkrete Planungen aber gibt es für das Privatgymnasium Seitenstetten derzeit noch keine.

Schulzentrum Ybbs (HAK und IT-HTL, HASCH). Akuter Platzmangel und fehlende Möglichkeiten, das individuelle Schulmodell noch besser zu leben, machen einen Ausbau des Ybbser Schulzentrums notwendig. Um mögliche neue Variante zu diskutieren, gestalteten mehrere Studenten bereits im Februar mögliche Ansätze für die „Schule der Zukunft.“ Die Konzepte sollen in einem späteren Architektenwettbewerb einfließen. Die Stadtgemeinde Ybbs will ein mögliches Projekt im Jahr 2022/23 umsetzen, genau in diesem Zeitraum läuft die Leasingrate für den Umbau der alten Schule ab. „Wir müssen uns alles im Detail anschauen, sobald wir die Zusage vom Land haben“, betont SP-Stadtchef Alois Schroll. Vom Bund gibt es für das Millionenprojekt bereits eine Förderzusage von 50 Prozent. Weiter warten heißt es indes noch immer auf die Zusage des Landes. Dort hofft die Stadtgemeinde, weitere rund 30 Prozent an Fördermitteln zu erhalten. Durch die Förderzusage des Bundes vom Tisch ist für Schroll auch die Diskussion, über eine „Überstellung“ in eine Bundesschule.

HLUW Yspertal. Jedes Jahr steigt die Anmeldezahl an Jugendlichen, die eine Ausbildung an der HLUW Yspertal absolvieren möchten. „Das freut uns natürlich sehr, sorgt aber mittlerweile für Platzprobleme“, schmunzelt Direktor Gerhard Hackl. In den Laboratorien wird es eng, eine Klasse ist bereits im Internat untergebracht. Dass das Schulentwicklungsprogramm einen Zubau für die HLUW vorsieht, sorgt für Jubelstimmung. „Derzeit wird noch wegen der Finanzierung verhandelt, dann kann es losgehen. Gerade der Bereich der Umweltanalytik und Umwelttechnik wird auch in den nächsten Jahren viele, am Umweltschutz interessierte Jugendliche nach Yspertal bringen“, berichtet Hackl.