Eier-Erzeuger aus Bezirk Amstetten: „Preis muss steigen“

Erstellt am 13. April 2022 | 04:28
Lesezeit: 3 Min
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EZG-Frischei- Obmann Franz Kirchweger (rechts) und Landtagsabge- ordneter Anton Kasser fordern vom Handel eine Preiserhöhung für die Eiererzeuger.
Foto: Knapp
Eier-Erzeuger sehen ob der steigenden Produktionskosten die Versorgung gefährdet und fordern pro Ei fünf Cent mehr.
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Dank der heimischen Eier-Erzeuger wird der Osterhase auch heuer ausreichend bunte Eier in die Körbchen legen können. Doch im Herbst ist die Versorgung der Haushalte mit österreichischen Frischeiern nicht mehr garantiert. Grund dafür sind die stark steigenden Futtermittelpreise. „Vor eineinhalb Jahren habe ich für 12 Tonnen 3.000 Euro bezahlt, jetzt sind es 6.000 Euro“, berichtet Franz Kirchweger aus Aschbach, Obmann der Österreichischen Frischeier-Erzeugergemeinschaft. Zudem sei auch nicht sicher, ob es im Herbst überhaupt genug Hühnerfutter geben werde, denn Getreide, Soja und Mais aus der Ukraine würden ob des Kriegs vermutlich gänzlich wegfallen.

Kirchweger befürchtet, dass nach Ostern, wenn viele Betriebe die alten Legehennen durch junge ersetzen, etliche Bauern überhaupt keine mehr einstellen werden, weil sich die Eierproduktion nicht rechnet. Er sieht daher nun den Handel gefordert. „Um die steigenden Produktionskosten auszugleichen, muss der Erzeugerpreis um fünf Cent pro Ei angehoben werden“, fordert der EZG-Frischei-Obmann. Für den einzelnen Haushalt würde das umgerechnet auf den Jahresverbrauch verkraftbare Mehrkosten von 15 Euro bedeuten. Allerdings seien mit dieser Preiserhöhung, warnt Kirchweger, die ebenfalls gestiegenen Kosten der Eierpackstellen noch nicht erfasst.

Derzeit gibt es in Österreich knapp 2.500 Eierproduzenten (mit mehr als 360 Hühnern im Stall) und insgesamt rund sieben Millionen Legehennen. Hinzu kommen noch etwa 1,5 Millionen Legehennen im privaten Bereich. Damit ist der Bedarf im Land zu 90 Prozent gedeckt.

Nur österreichische Eier in den Supermärkten

„Im Handel werden tatsächlich nur österreichische Frischeier verkauft. Bei den Verarbeitungsprodukten ist das aber nicht so, dafür werden oft billigere importierte Eier verwendet“, klagt Kirchweger. Österreichs Bauern hätten mit dem Käfig-Verbot und gentechnikfreier Fütterung die strengsten Auflagen weltweit, müssten aber mit ausländischen Produzenten konkurrieren, die weniger Auflagen haben.

„Wir hätten damals nicht die Käfige, sondern das Käfig-Ei verbieten müssen“, ortet Bezirksbauernbundobmann Anton Kasser da auch einen Fehler der Politik. Er fordert einmal mehr eine Herkunftskennzeichnung der Primärzutaten Milch, Fleisch und Eier. In Kantinen und Großküchen soll sie laut Gesetzesentwurf ja kommen, in der Gastronomie aber nicht. „Gerade das wäre aber wichtig und es steht auch im Regierungsübereinkommen“, sagt der ÖVP-Landtagsabgeordnete.

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