Abbruchbescheid: Familie wehrt sich

Erstellt am 12. April 2018 | 05:51
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Das Wohnhaus der Familie Mayr in Seitenstetten: Das Obergeschoß soll zu hoch sein und auch zu nahe an der Grundgrenze.
Foto: Hermann Knapp
Familie Mayr wirft die Flinte nicht ins Korn und hat einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Nun ist Gemeindevorstand am Zug.
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Nun ist es also tatsächlich passiert: Die Familie Mayr aus der Weidersdorferstraße hat einen Abrissbescheid bekommen. Wie die NÖN berichtet hatte (siehe hier und unten), ist das neu gebaute Obergeschoß des Hauses offenbar zu hoch und auch zu nahe an der Grundgrenze. Eine Anzeige durch einen Nachbar bei der Behörde, brachte die Sache ins Rollen. Wo letztlich in der Verfahrenskette Bauherr, Planer, Familie, Kommune Versäumnisse vorliegen, gilt es nun zu klären.

Familie hat sich Rechtsbeistand genommen

Bürgermeister Johann Spreitzer hat als Baubehörde erster Instanz das Haus von einem Sachverständigen des Gebietsbauamtes vermessen lassen. „Es sind leider tatsächlich Baurichtlinien missachtet worden. Das Haus ist nicht genehmigungsfähig. Es blieb mir daher keine andere Möglichkeit, als einen Abbruchbescheid zu erlassen und die Benützung zu untersagen“, bedauert der Seitenstettner Ortschef.

Die Familie Mayr/Schaffelner hat sich inzwischen einen Rechtsbeistand genommen und Berufung eingelegt. Darin wird dem Bescheid des Bürgermeisters bescheinigt, dass er selbst an „nicht sanierbaren Mängeln“ leide und daher „ersatzlos zu beheben“ sein werde. Es sei darin zum Beispiel nicht genau ausgeführt, um welchen Bauteil es nun konkret gehe – sowohl in Bezug auf den Abbruch als auch auf das Benutzungsverbot.

„Der Auftrag, den Bauteil bis 31. Dezember 2018 „abzutragen bzw. abzuändern“ ist schon deshalb nicht ausführbar, weil im Bescheid nicht angeführt sei, was konkret beseitigt oder umgebaut werden soll“, sagen die Mayrs. Insgesamt mangle es in dem Schreiben an einer genauen Sachverhaltsdarstellung.

Über den Einspruch muss nun der Gemeindevorstand befinden. Sollte dieser den Bescheid bestätigen, dann bleibt der Familie noch der Weg zum Landesverwaltungsgericht.

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