Die Schwestern siedeln nach Wien ab. Schwestern der Franziskanerinnen Missionarinnen verlassen altersbedingt ihr Haus in Seitenstetten.

Von Josef Penzendorfer. Erstellt am 27. August 2019 (06:00)
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Bürgermeister Johann Spreitzer und Diakon Pater Dominik Riegler (links), Provinzoberin Malgorzata Ksiazek mit der Benedikt-Ikone (Mitte), die Schwestern Theresa Schwentner und Joanna Asia mit Prior Laurentius Resch (rechts).
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Es werden Seitenstetten zukünftig Namen, Gesichter und warmherzige Menschen fehlen, wenn zehn Franziskanerinnen das Schwesternhaus verlassen. Dass sowohl Stift, Gemeinde als auch Bevölkerung den „Missionarinnen Mariens“ sehr zugetan waren, zeigte am Sonntag der gut besuchte Gottesdienst, der anlässlich der offiziellen Verabschiedung der Schwestern von Pater Laurentius Resch gefeiert wurde.

Franziskanische Schwestern waren in Seitenstetten schon seit sehr langer Zeit aktiv. Im Jahr 1870 fand der Einzug der „Schwestern vom 3. Orden des Hl. Franziskus“ ins Schwesternhaus statt, sie führten vorerst eine Privat-Mädchen-Handarbeitsschule, später widmeten sie sich auch der Krankenpflege und leiteten einen Kindergarten. 2011 vermieteten diese „Franziskanerinnen der christlichen Liebe“ das Haus an die „Franziskanerinnen Missionarinnen Mariens“ aus Eichgraben, die seither das Schwesternhaus am Marktplatz 1 bewohnten. Die ehemalige Hausoberin Schwester Theresa Schwentner meinte zum Abschied: „Es gibt immer wieder einen Neuanfang und Franziskus sagt ja auch: Geht hinaus, seid überall zuhaus!“

"Jedes gutes Wort bleibt in unseren Herzen"

Das Älterwerden der Gemeinschaft macht den Umzug nach Wien, geleitet von Schwester Joanna Asia, notwendig. „Unsere große Reise ließ uns hier in Seitenstetten anhalten, hier durften wir viel Freundlichkeit, Wärme und Hilfe erfahren. Es war ein Ort, an dem wir gemeinsam und füreinander beten konnten, ein Ort, an dem wir miteinander den Alltag und die Zeiten des Feierns erlebten. Jedes gute Wort bleibt in unseren Herzen“, sagte Provinzoberin Malgorzata Ksiazek aus Warschau.

Bürgermeister Johann Spreitzer gab den Schwestern ein „Bschoad-Binkerl“ mit auf den Weg. Stefan Fehringer schenkte seitens der Pfarre Rosen. Viele Bürger verabschiedeten sich persönlich von den Schwestern. Der Ortschef ist derzeit in Verhandlung mit dem Hausbesitzer und möchte das Gebäude weiterhin im Sinne des Gemeinwohls nutzen.