Flugplatz feiert 40 Jahre mit buntem Programm. Mit einem bunten Programm für alle Flugfans wird am 10. und 11. Juni das große Jubiläum der Flugunion gefeiert.

Von Sabine Hummer. Erstellt am 07. Juni 2017 (04:28)
Vizepräsident Josef Piwonka und Wolfgang Grabner freuen sich, beim Tag der offenen Tür die Beisterung fürs Fliegen bei den Besuchern zu wecken.
Sabine Hummer

Flugzeuge, Hubschrauber und Gyrocopter zum Besichtigen, Heißluftballone und Flugzeuge zum Mitfliegen, Flugvorführungen oder ein Start mit dem Flugsimulator – alles, was das Fliegerherz begeistert, wird am kommenden Wochen ende von der Flugunion Seitenstetten beim Tag der offenen Tür „aufgetischt“. Grund für dieses Spektakel ist der 40. Geburtstag, den die Flugunion und der Flugplatz Seitenstetten-Biberbach heuer begehen.

Die ideale Lage ebnete die Hürden

„Dass es einen Flugplatz in Seitenstetten gibt, ist dem Hobbypiloten Herbert Stelzer zu verdanken, der Mitte der 1970er-Jahre seine Flugbegeisterung nach außen getragen hat“, erzählt Gründungsmitglied Josef Piwonka, Vizepräsident der Flugunion seit der Stunde Null.

„Stelzer hat nach Persönlichkeiten gesucht, die mit ihm den Verein aufbauen und fand mit Pater Raphael Schörghuber und Abt Albert Kurzwernhart vom Stift Seitenstetten, dem damaligen Altbürgermeister und Sportunion-Gründer Josef Andre und Volksbankdirektor Stefan Rosenfellner kongeniale Partner“, erinnert sich der Vizepräsident.

Die ideale Lage zwischen Wien und Salzburg, die vor Ort gegebene Ost-West-Hauptflugrichtung und die Tatsache, dass der naheliegende Flughafen Hörsching für Kleinflieger nicht so geeignet war, ebnete die Hürden für dieses Großprojekt. Durch Grundtausch erwarb das Stift Seitenstetten das zehn Hektar große Areal, das seit mittlerweile 40 Jahren von der Flugunion gepachtet wird.

Wichtiger Landeplatz für Rettungseinsätze

„Wir haben damals alle umliegenden Gemeinden um Unterstützung gebeten. Eine Gemeinde hat gesagt, wir helfen euch. Das war die Gemeinde Biberbach, weshalb unser Verein auch Flugunion Seitenstetten-Biberbach heißt“, sagt Piwonka.

Finanziert wird die Anlage, die immer wieder große Investitionen erfordert, durch die Mitgliedsbeiträge und zum Großteil durch Landegebühren. 1985 wurde die Hangarfläche auf insgesamt 1.200 Quadratmeter verdoppelt und der Kontrollturm sowie das beliebte Fliegerstüberl errichtet. 2005 wurde ein spezieller Kunststoffbelag auf die Piste aufgebracht, der es auch erlaubt, bei Bodenfeuchtigkeit zu fliegen.

Pro Jahr verbucht der Flugplatz rund 4.000 Starts und Landungen. 250 Piloten wurden hier in den letzten 40 Jahren ausgebildet. Doch nicht nur für in- und ausländische Piloten, Fallschirmspringer oder Heißluftballone ist der Seitenstettner Flugplatz ein beliebtes Ziel. Auch für die Zivilbevölkerung erfüllt er als Landeplatz für Rettung, Polizei oder Militär bei Katastropheneinsätzen eine wichtige Funktion.

Gute nachbarschaftliche Beziehungen werden über Jahre hinweg auch mit den Flugplatzgegnern geführt. „Das ist so weit gegangen, dass unser gutes Einvernehmen seitens der Landesregierung als Paradebeispiel beim Flughafenbau in Schwechat herangezogen wurde“, erzählt Piwonka.

Derzeit besteht der Verein aus 60 Mitgliedern. „Wir älteren Semester würden uns natürlich über ein bisschen Jugend freuen“, sagt Wolfgang Grabner. Vor elf Jahren brachte er den Flugplatz in die Schlagzeilen, als er gemeinsam mit seinem Sohn Ewald und dem Vereinsflugzeug von Seitenstetten aus als erste Menschen das Mittelmeer umrundete.