Gottesdienst mit 82 Gläubigen. In Pfarre und Stift in Seitenstetten lassen die gelockerten Corona-Bestimmungen wieder mehr Leben zu.

Von Josef Penzendorfer. Erstellt am 15. Mai 2020 (03:20)
Die Kommunion wird in der Stiftskirche von Pfarrer Pater Laurentius derzeit unter einer Glaswand an die Gläubigen durchgereicht.
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„Wir haben viele dankbare Rückmeldungen für unsere Livestreams aus der Stiftskirche bekommen, die ‚Beheimatung‘ im Stift klang unüberhörbar durch“, weiß Prior und Stiftspfarrer Pater Laurentius Resch die Aussagen seiner Pfarrmitglieder zu deuten, wenn er auf die Präsenz der Kirche vor Ort im Wohnzimmer zu sprechen kommt.

Ab 15. Mai werden 82 Besucher in die Stiftskirche eingelassen, es wird drei Sonntagsgottesdienste (8.30, 10 und 19 Uhr) geben, nach Möglichkeit sollen aber die Wochentagsmessen besucht werden. Es wird wenig gesungen und eher meditative Orgelmusik erklingen. „Ich habe gerne bewusst durch Siedlungen meine Spaziergänge gemacht, die spontanen Begegnungen (mit Abstand) waren beabsichtigt und stets herzlich, sodass der Kontakt nach außen auch nie abgerissen ist“, ergänzt der beliebte Seelsorger, der sich vor allem den Zugang zu Alleinstehenden und Kranken wieder herbeisehnt.

Die Restaurierung am Sonntagberg geht weiter

So manches Bauvorhaben wie die Turmrenovierung in Seitenstetten muss nun coronabedingt hintangestellt werden, lediglich am Sonntagberg werden heuer von Juni bis November Fresken, Stuck und Marmor im Kuppelbereich und in den Seitenarmen des Querschiffes restauriert. Laut Kuratoriumsbeschluss im März müssen die Arbeiten am Heiligen Grab und an den Altären später erfolgen.

Die wirtschaftliche Sorge ist überall groß. Abt Petrus Pilsinger erwähnt die Einnahmeneinbußen sowohl im touristischen Bereich, im Seitenstettner-Hof in Wien, wie auch im Forst, wo der Borkenkäfer wütet. „Vor allem gilt mein Augenmerk aber der Gesundheit, sei es im Stiftsgymnasium, wo bald wieder mehr als 200 Schüler zusammentreffen werden und im Konvent, wo mehrere Generationen zusammenleben und mir im Besonderen der menschengerechte zwischenmenschliche Umgang überaus bedeutsam ist“, sagt der Abt.