Seitenstetten

Erstellt am 17. Januar 2017, 04:47

von Sabine Hummer

Uralte Eiche soll gerettet werden. BH hat Naturschutz aufgehoben. Gemeinde will Baum durch gezielte Pflege erhalten.

Die Stieleiche in der Fröschlau wurde im Spätmittelalter erstmals urkundlich erwähnt und bietet unzähligen Tierarten Nahrung und Nistplätze.  |  Gemeinde

Ob die 1.000-jährige Eiche in der Fröschlau wirklich 1.000 Jahre alt ist, ist nicht feststellbar. Dass die Stieleiche ein biblisches Alter hat, ist aber belegt: Bereits im Spätmittelalter wird der Baum urkundlich erwähnt. 1926 wurde er zum Naturdenkmal erklärt und war in den letzten neun Jahrzehnten ganzer Stolz der Gemeinde. Die Maße des Baumes sind rekordverdächtig: Der Stamm ist 25 Meter hoch, die Krone hat einen Durchmesser von 22 Metern und der Stammumfang beträgt 7,3 Meter!

Naturschutz wurde im Vorjahr aufgehoben

Im Vorjahr wurde der Naturschutz für den Altbaum jedoch seitens der Bezirkshauptmannschaft aufgehoben. Ausschlaggebend war ein im Herbst 2015 herausgebrochener, großer Ast. Die Stieleiche stellt laut Gutachten der BH ein erhöhtes Sicherheitsrisiko für Personen und Sachen dar: Der Abbruch von Ästen sei jederzeit und ohne Einflüsse von außen, wie Wind und Schnee, möglich. Nach 89 Jahren wurde die 1.000-jährige Eiche also aus der Liste der erhaltenswerten Naturdenkmäler herausgenommen und zur Pflege und Erhaltung an die Eigentümerfamilie Krendl mit allen Haftungsrisiken übergeben.

Bürgermeister Johann Spreitzer (2.v.l.) und die Eigentümerfamilie, v.l. Gerald, Franz und Rosa Krendl, freuen sich über die positive Wendung zur Rettung der 1.000-jährigen Eiche.  |  Gemeinde

„Damit haben wir uns aber nicht abgefunden“, sagt Bürgermeister Johann Spreitzer. Gemeinsam mit der Familie Krendl setzte die Gemeinde alle Hebel in Bewegung, um das Naturjuwel erhalten zu können und die Eigentümer bei der Haftungsfrage zu entlasten. Ein Gegengutachten von Benedikt Wallner, einem Baumexperten aus Deutschland, zeige, „dass wir den Baum nicht aufgeben dürfen“, erklärt der Ortschef.

Baum hat noch eine gute Substanz

„Laut Wallner hat die Eiche eine gute Substanz und ein gutes Stehvermögen. Allerdings befindet sie sich in einem Stadium der alters- und verlichtungsbedingten Kronen-Erneuerung und wird wahrscheinlich in den nächsten Jahrzehnten ihr Kronenvolumen verringern.“ Dadurch sei mit weiterem Totholz zu rechnen. „Durch gezielte baumpflegerische Maßnahmen sollen in den nächsten 20 Jahren absterbende Kronenteile behutsam neu aufgesetzt werden“, sagt Spreitzer. Jährliche Kontrollen werden durch das Maschinenring-Service durchgeführt, das auch die Haftung innehat.