Volksschule: Sanierung versus Neubau. SPÖ möchte im Gemeinderat grundlegende Überlegungen zur Zukunft der Volksschule anstellen. Altes Gebäude könnte auch zu Gesundheitszentrum werden.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 14. Februar 2017 (05:23)
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Alois Schlager vor der Volksschule. Das Gebäude hat hohen Sanierungsbedarf und der SPÖ-Obmann lädt den Gemeinderat ein, auch über einen möglichen Neubau nachzudenken.
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1954 hat die Volksschule ihre Pforten mit sechs Klassen geöffnet. Im Jahr 1982 wurde zugebaut und auch ein Turnsaal errichtet. In den Jahren 2001 und 2008 gab es Sanierungen.

„Dennoch hat das Haus inzwischen 62 Jahre Betrieb hinter sich und daher ist es wohl nicht überraschend, dass eine größere Renovierung ansteht. Der Gemeinderat hat sich für das Jahr 2017 die Planung vorgenommen“, sagt SP-Parteiobmann Alois Schlager.

SP-Chef: Ansatz des Forums interessant

Für ihn ist es durchaus sinnvoll, zu prüfen, wie eine Sanierung samt Zubau ausschauen könnte und was das kosten würde. Aber dabei allein will es Schlager nicht belassen. Darum hat die SPÖ auch schon im Dezember den Gemeinderat eingeladen, sich grundlegende Gedanken zu dem Projekt zu machen.

„Wichtig ist, dass bei einer Renovierung auch die neuesten Kenntnisse aus den modernen Bildungskonzepten einfließen. Daher ist es natürlich notwendig, die Lehrer und Lehrerinnen einzubeziehen. Außerdem sollte die Klasseneinteilung überdacht werden, die auch nicht mehr zeitgemäß ist. Eine offenere Gestaltung würde der modernen Pädagogik entgegenkommen“, sagt der SPÖ-Obmann.

Persönlich angetan hat es ihm der Ansatz des Forums „LernLandSchaft – Pädagogik und Raum im Dialog“, das mit „pädagogischer Architektur“ eine neue Lern- und Teamkultur forciert. Auf Einladung Schlagers hat sich der Schulausschuss gemeinsam mit Lehrkräften inzwischen auch die Neue Mittelschule in Schwanenstadt angesehen, die nach diesem Konzept geplant und errichtet wurde.

„Wir sollten Neubau in Betracht ziehen“

Der SP-Politiker schlägt vor, neben einer Sanierung auch einen Neubau der Schule in Betracht zu ziehen. Den dafür nötigen Grund (rund 5.000 Quadratmeter) könnte die Gemeinde seiner Meinung nach mit dem noch bestehenden Guthaben aus dem Sparkassenverkauf in Höhe von rund 570.000 Euro finanzieren. „Ich finde, wir würden das Geld da sinnvoller nutzen, als wenn es einfach in das Umfahrungsprojekt fließt“, sagt Schlager.

Bei den Baukosten rechnet er, mit Blick auf vergleichbare Projekte, mit vier bis fünf Millionen Euro – wobei bei einem derartigen Projekt bestimmt Förderungen des Landes zu erwarten sind. Mögliche Standorte für die neue Schule sieht Schlager auch: Sowohl im Umfeld des alten Hauses als auch im Bereich der Neuen Mittelschule gäbe es dafür geeignete Flächen. Für das alte Gebäude hat der SP-Politiker auch eine Nachnutzung im Sinn: „Die Gemeinde könnte es als Gesundheitszentrum nutzen. Da wäre Platz für Ordinationen von praktischen Ärzten, aber zum Beispiel auch für Physiotherapeuten etc.“, sagt Schlager.

Seitenstetten müsse im Gesundheitsbereich nach vorne blicken: „Denn unsere beiden Ärzte werden in etwa fünf Jahren in Pension gehen. Wir sollten uns rechtzeitig mit ihnen zusammensetzen und beraten, wie es dann bei uns mit der medizinischen Versorgung weitergeht“ sagt der SP-Chef.