So etwas hat die Welt noch nicht gesehen.... Haidershofen / An einem Stein fand Geoarchäologe Alexander Binsteiner einen Handteilabdruck des Homo erectus. 500.000 Jahre alt.

Erstellt am 06. August 2013 (08:22)
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NOEN, Binsteiner
Von Daniela Schlemmer

Vor 500.000 Jahren streifte der Homo erectus, der erste aufgerichtete Mensch, durch das Ennstal. Diese Sensationserkenntnis, einmalig im gesamten Alpenraum, konnte Geoarchäologe Alexander Binsteiner bereits Ende 2011 kundtun. Als Grundlage für diese Erkenntnis dienten Faustkeile, die Hobbyarchäologe Franz Mitterhuber aus Haidershofen am Lehberg aufgefunden hatte.

Alter von rund 500.000 Jahren


Der renommierte Archäologe Binsteiner stufte diese Funde schließlich auf ein Alter von rund 500.000 Jahren ein, in die Zeit des Homo erectus, dem Vorgänger des Neandertalers und des modernen Menschen.
Nun rückte besonders ein Hammerstein aus Quarzit in das Interesse des Geoarchäologen. „Ich habe diesen Stein schon vor längerer Zeit gefunden. Schon damals fiel mir die Besonderheit auf, er ist aber dann liegen geblieben. Jetzt habe ich ihn geputzt und mit dem Mikroskop untersucht. Als er sauber war, war auch schnell klar, dass sich darauf ein Abdruck von etwas befindet“, erzählt Alexander Binsteiner. „Die eigenartige Linienführung von Ockerfarbspuren entlang eines gut ausgeprägten Pickfeldes stach besonders ins Auge. Die Linie zeichnet ohne Zweifel den Umriss des Daumenballes und des Daumens einer Hand nach und spart die Auflagefläche der Hand am Stein von der Farbe aus. Es entstand somit ein Teilumriss einer Hand, vergleichbar mit den bekannten Handabdrücken in den Höhlenmalereien Frankreichs und Spaniens.“

„Stein trägt die älteste Handspur der Welt!“

Eine Handspur aus dieser Zeit sei eine globale Neuheit und Sensation, ist sich Binsteiner sicher. „Solch einen Fund aus der Zeit des Homo erectus gibt es sonst nicht. Vom Neandertaler, maximal bis 40.000 Jahre vor heute, stammen die ältesten Funde dieser Art. Der Stein trägt somit die älteste Handspur der Welt!“, zeigt sich der Archäologe angetan von der Lehberg-Fundstelle. „Die hat es wirklich in sich“, schmunzelt er.
Der Archäologe fand in der Zwischenzeit heraus, dass es sich bei dem Benutzer des Hammersteines um einen Rechtshänder gehandelt hat. Die geschwungene Farbspur am Stein entstand beim Anreiben des Ockers mit Flüssigkeit, „denn zweifellos hat sich der Homo erectus vom Lehberg bemalt“, weiß Binsteiner.

Mit dieser Erkenntnis, dass sich diese ausgestorbene Menschenform schon bewusst selbst wahr nahm und sich bemalte, kam Alexander Binsteiner bereits im Vorjahr an die Öffentlichkeit. „Der Abdruck vom Lehberg ist bislang ein Einzelfund, der unter glücklichen Umständen erhalten geblieben ist“, erklärt Binsteiner. Er beschreibt den Fund bei Haidershofen abschließend als „ungewöhnlich. Damit rechnet kein Mensch!“