Neue Ideen für die Stadt Haag. Bürgermeister Lukas Michlmayr und Vizebürgermeister Anton Pfaffeneder sprechen über die Auswirkungen der Corona-Krise und die aktuellen Projekte in der Stadt.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 25. Juli 2021 (05:16)
Neue Ideen für haag
Bürgermeister Lukas Michlmayr und Vizebürgermeister Anton Pfaffeneder (von rechts) nahmen für das Sommergespräch auf der Haager Theatersommer-Bühne Platz. 
Vogl

Eineinhalb Jahre ist es her, dass das Team der ÖVP mit Bürgermeister Lukas Michlmayr und Vizebürgermeister Anton Pfaffeneder an der Spitze bei der Gemeinderatswahl 17 Mandate einfuhr und somit die absolute Mehrheit im Gemeinderat ausbaute.

„Wir hatten uns viel vorgenommen, was wir in den nächsten fünf Jahren machen wollen. Wir waren Ende Februar gerade angelobt und dann ist Corona gekommen. Auf einmal war nichts mehr wie vorher“, erinnert sich Michlmayr im Sommergespräch mit der NÖN zurück.

„Am Anfang war nicht abschätzbar, was auf uns zukommt“ Anton Pfaffeneder

Neben all den gesundheitlichen Risiken, die Corona mit sich brachte, war vor allem die finanzielle Entwicklung der Gemeinde eine Herausforderung. „Am Anfang war nicht abschätzbar, was auf uns zukommt“, betont Pfaffeneder. Heute weiß man, dass man in Haag mit einem blauen Auge davongekommen ist.

„Die Ertragsanteile sind zwar um rund zehn Prozent eingebrochen, aber bei der Kommunalsteuer hatten wir sogar ein leichtes Plus im Vergleich zum Vorjahr“, erklärt Pfaffeneder.

Die Corona-Krise war auch ein Grund für Überlegungen, das geplante Blaulichtzentrum für Feuerwehr und Rotes Kreuz „nicht auf Biegen und Brechen sofort zu starten, sondern sich durchaus Zeit zu lassen für die Planung“, berichtet Michlmayr. So wurde die Parkplatzsituation noch einmal umgeplant.

„Das kostet jetzt zwar mehr, aber dafür hat man ein Parkdeck, mit dem man auch weniger Flächen verbraucht“ Lukas Michlmayr

„Das kostet jetzt zwar mehr, aber dafür hat man ein Parkdeck, mit dem man auch weniger Flächen verbraucht“, sagt der Stadtchef. Auch die Landesverbände der beiden Blaulichtorganisationen haben die Pläne mittlerweile studiert.

„Die Feuerwehr hat schon grünes Licht gegeben. Beim Roten Kreuz hoffen wir, dass wir Ende des Sommers das Okay bekommen“, erklärt Michlmayr. Über den Winter soll das Projekt dann ausgeschrieben werden, im Frühjahr 2022 soll mit dem Bau begonnen werden und 2023 soll es fertiggestellt sein. Bis zum Herbst will man auch noch Finanzierungsgespräche mit dem Land führen.

Ideenschmiede im Freilichtmuseum

Plangemäß läuft der Prozess der Stadterneuerung, an dem man seit Jahresbeginn arbeitet. Welche Ideen bisher gesammelt wurden, wird am Samstag, 31. Juli, im Rahmen eines Präsentationstages im Freilichtmuseum vorgestellt. „Man kann da bei Thementischen auch noch weitere Ideen einbringen und sich für Workshops eintragen, bei denen die gesammelten Ideen dann konkret besprochen und diskutiert werden“, informiert Pfaffeneder.

Am Ende des Jahres soll das Leitbild für die Stadterneuerung erstellt sein, ab nächstem Jahr geht man in die Umsetzung. „Es freut mich, dass so Viele freiwillig mitarbeiten und auch von den Politikern, über die Parteien hinweg, zusammen Ideen entwickelt werden. Es ist sehr schön zu sehen, was man zusammenbringt, wenn man miteinander etwas gestalten will und das funktioniert auch“, kann sich der Bürgermeister einen Seitenhieb auf die im Gemeinderat nicht immer so reibungslose Zusammenarbeit der Parteien nicht verkneifen.

Tierpark wurde im Juni von Besuchern gestürmt

Für den Tourismus in der Stadt sind der Tierpark, der Theatersommer und das Volksfest die wesentlichen Punkte. Auch sie wurden von den CoronaMaßnahmen nicht verschont. Nach einem halben Jahr fällt die Bilanz für den Tierpark aber trotz zahlreicher Schließtage positiv aus.

„Im Juni gab es Wochenenden, die mit über 10.000 Besuchern die besten der Geschichte waren“, berichtet Lukas Michlmayr, der auch Geschäftsführer des Tierparks ist. Dass Juli und August wie im Vorjahr die stärksten Monate des Jahres werden, erwartet er für heuer aber nicht, da die Menschen im Urlaub wieder mehr verreisen.

Musste der Theatersommer, der sein 20-Jahr-Jubiläum feiert, im Vorjahr noch abgesagt werden, so darf er heuer sogar vor einer vollen Tribüne und ohne Maskenpflicht stattfinden. „Wir sind froh, dass wir spielen können. Der Start war auch sehr gut“, betont Michlmayr. Die Nestroy-Komödie „Der Zerrissene“ wurde ja mit positiven Kritiken überhäuft. Nicht ganz so viel Glück hatte man jedoch mit dem alle zwei Jahre im September stattfindenden Volksfest, das bereits im Mai fix abgesagt wurde.

„Wir wollen natürlich, dass das Volksfest weitergeht. Am besten schon nächstes Jahr.“ Lukas Michlmayr

Dass es vielleicht zu früh abgeblasen worden sei, glaubt Michlmayr nicht. „Wir bereuen es nicht, dass wir es abgesagt haben. Wir wären bei der Organisation zu spät dran gewesen, weil in drei Monaten ein Volksfest in die Höhe zu ziehen, ist fast nicht möglich. Außerdem war es in der Corona-Zeit schwierig, ein Team zu formieren, das die Organisation des Volksfests nach dem überraschenden Tod von Gottfried Schwaiger übernimmt“, schildert Michlmayr und ergänzt: „Wir wollen natürlich, dass das Volksfest weitergeht. Am besten schon nächstes Jahr.“